Corno
Italienisch für Horn.
Was es bedeutet
Corno ist die italienische Bezeichnung für das Horn und steht in Partituren als Stimmbezeichnung, meist in der Mehrzahl corni und mit Angabe der Stimmung, etwa corni in F. Gemeint ist das Waldhorn mit seinem langen, eng gewundenen Rohr, dem weiten Schallbecher und dem trichterförmigen Mundstück. Weitere Zusammensetzungen begegnen häufig: corno inglese bezeichnet nicht ein Horn, sondern das Englischhorn aus der Oboenfamilie, corno da caccia ein historisches Jagdhorn. Beim Lesen alter Partituren ist deshalb auf den Zusatz zu achten.
Musikalische Verwendung
Das Horn nimmt im Orchester eine Sonderstellung ein, weil es klanglich zwischen Blech und Holz vermittelt: Es kann mit Trompeten und Posaunen zu einem kraftvollen Blechsatz verschmelzen und ebenso mit Fagott und Klarinette eine weiche Mischung bilden. Heutige Instrumente sind in F gestimmt und klingen eine reine Quinte tiefer als notiert; in älteren Partituren finden sich zahlreiche weitere Stimmungen, die durch Aufsteckbögen hergestellt wurden, sodass die tatsächliche Klanghöhe aus der Stimmungsangabe zu erschließen ist. Notiert wird üblicherweise ohne Vorzeichen im Violinschlüssel, tiefe Stellen im Bassschlüssel.
Spielpraxis
Das Horn gilt als anspruchsvoll, weil die Naturtöne in der gebräuchlichen Lage dicht beieinanderliegen und schon eine kleine Abweichung im Ansatz einen Nachbarton ergibt; Treffsicherheit entsteht durch innere Klangvorstellung, nicht durch Kraft. Die rechte Hand im Schalltrichter beeinflusst Intonation und Farbe und gehört zur Grundhaltung. Nutze am Doppelhorn den Daumenhebel bewusst und lerne für heikle Stellen, welche Seite sicherer anspricht. Plane Erholungspausen ein, weil hohe Lagen den Ansatz rasch ermüden. Entleere Kondenswasser regelmäßig und stimme erst nach gründlichem Anwärmen.
in älteren Partituren die Hornstimmen häufig ohne Vorzeichen notiert sind und die Stimmungsangabe über die klingende Höhe entscheidet; ein Lesefehler führt hier zu einer falschen Tonart, nicht nur zu einem falschen Ton. Rechne die Stellen vor der ersten Probe aus und schreibe sie gegebenenfalls an. Achte im Hornsatz auf die Mischung: Die Stimmen sollen zu einem Klang verschmelzen, weshalb Vibrato sparsam bleibt und die Intonation nach dem Grundton ausgerichtet wird.