Drahtsaiten
Saiten aus Eisen- oder Messingdraht, unter anderem bei Cembalo und älteren Zupf- und Tasteninstrumenten verwendet.
Was es bedeutet
Drahtsaiten sind Saiten aus Metalldraht, meist Eisen oder Messing, im Unterschied zu Saiten aus Tierdarm oder modernen Kunststoffen. Sie erzeugen einen helleren, klareren und obertonreicheren Klang und werden traditionell bei Zupf- und Tasteninstrumenten eingesetzt.
Musikalische Verwendung
Verbreitet sind Drahtsaiten beim Cembalo, wo die Härte des Metalls zusammen mit der Kielmechanik den charakteristischen, durchdringenden Klang erzeugt, sowie bei historischen Zupfinstrumenten wie der Zither oder bestimmten Lauteninstrumenten nordeuropäischer Tradition. Auch beim Hammerklavier und frühen Pianoforte kamen zunächst dünnere Drahtsaiten zum Einsatz, bevor sich im 19. Jahrhundert dickere, umsponnene Basssaiten für Klaviere durchsetzten.
Abzugrenzen sind Drahtsaiten von Darmsaiten, die einen weicheren, wärmeren Klang liefern und historisch bei Streichinstrumenten wie der Barockvioline üblich waren, sowie von modernen Kunststoffsaiten, die seit dem 20. Jahrhundert bei vielen Zupfinstrumenten Darmsaiten ersetzt haben.
Spielpraxis
Achte beim Spiel auf historischen Instrumenten mit Drahtsaiten auf einen kontrollierten Anschlag, da der helle, harte Klang schnell schrill wirken kann, wenn zu kräftig gegriffen oder gezupft wird. Beim Stimmen solcher Instrumente gehe besonders behutsam vor, da Drahtsaiten empfindlicher auf plötzliche Spannungsänderungen reagieren als moderne Kunststoffsaiten.