Darmsaiten
Saiten aus Tierdärmen, vor allem für Streichinstrumente; heute meist in der historischen Aufführungspraxis verwendet.
Was es bedeutet
Darmsaiten nennt man Saiten, die aus den gedrehten Därmen von Lämmern gefertigt werden und hauptsächlich zum Bezug von Streichinstrumenten dienten. Ein historisches Lexikon beschreibt sie so: „Darmsaiten nennt man die aus Därmen der Lämmer gefertigten Saiten, welche hauptsächlich zum Bezug für die Streichinstrumente in Anwendung kommen.“
Zur Herstellung werden die gereinigten Darmteile in Lauge gebeizt und je nach gewünschter Stärke zu Strängen zusammengesponnen. Es folgen Schwefeln, Trocknen, Schleifen und Ölen, bevor die fertige Saite aufgewickelt wird. Gute Darmsaiten sollen hell, durchsichtig und elastisch sein; ungleichmäßig gesponnene Fasern führen zu unreinen Tönen.
Musikalische Verwendung
Bis ins frühe 20. Jahrhundert waren Darmsaiten der Standardbezug für Violine, Viola, Violoncello und Kontrabass, bevor sie zunehmend durch Stahl- und später durch Kunststoffsaiten (häufig mit Metallumspinnung) verdrängt wurden. Darmsaiten erzeugen einen wärmeren, obertonreicheren, aber weniger lauten und stimmstabilen Klang als moderne Saiten.
Spielpraxis
Heute werden Darmsaiten vor allem in der historischen Aufführungspraxis eingesetzt, wenn Barock- oder Klassik-Repertoire mit historisch informiertem Klang aufgeführt werden soll. Sie reagieren empfindlicher auf Temperatur und Luftfeuchtigkeit als moderne Saiten und erfordern häufigeres Nachstimmen.