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Streicher

Saite

Schwingender Klangerzeuger des Saiteninstruments.

Was es bedeutet

Die Saite ist der eigentliche Klangerzeuger jedes Streich- und Zupfinstruments: ein gespannter Faden, der in Schwingung versetzt wird und diese Schwingung über den Steg an den Korpus weitergibt. Ihre Tonhöhe hängt von drei Größen ab — von der schwingenden Länge, von der Spannung und von der Masse pro Länge. Kürzer, straffer oder dünner bedeutet höher. Als Material dienten früher Darm, heute meist Stahl, Kunststoffkerne mit Metallumspinnung oder weiterhin Darm für historische Aufführungspraxis.

Im Notenbild

Welche Saite zu benutzen ist, wird nur gelegentlich vorgeschrieben: durch römische Ziffern, wobei I die höchste Saite meint, oder durch Angaben wie sul G. Eine Null über der Note verlangt die leere Saite. Alle übrigen Entscheidungen über die Saitenwahl trifft der Spieler mit dem Fingersatz.

Musikalische Verwendung

Jede Saite hat einen eigenen Charakter, und Komponisten rechnen damit. Die tiefste Saite der Violine klingt dunkel und rau, die höchste hell und schneidend; derselbe Ton auf verschiedenen Saiten gespielt unterscheidet sich hörbar. Daraus folgen Anweisungen, eine Melodie bewusst auf einer einzigen Saite zu spielen, um ihre Farbe zu vereinheitlichen. Auch die Resonanz gehört dazu: Mitschwingende leere Saiten geben bestimmten Tonarten mehr Glanz.

Spielpraxis

Wechsle Saiten rechtzeitig und nicht alle gleichzeitig kurz vor einem Auftritt, denn neue Saiten brauchen ein bis zwei Tage, bis sie die Stimmung halten. Achte beim Aufziehen darauf, dass die Windungen sauber nebeneinanderliegen und die Saite in den Kerben von Sattel und Steg frei läuft; ein wenig Graphit in der Kerbe erleichtert das Stimmen. Kontrolliere die Stegstellung, wenn du mehrere Saiten hintereinander erneuerst — er zieht sich leicht nach vorn. Eine ausgespielte Saite erkennst du daran, dass sie unrein oktaviert oder matt klingt, lange bevor sie reißt.

die Wahl der Saiten zur klanglichen Entscheidung gehört: Darm, Kunststoffkern und Stahl klingen deutlich verschieden, sprechen unterschiedlich an und verlangen andere Bogenführung. Für historisch orientierte Aufführungen sind Darmsaiten gebräuchlich und verändern das Spiel erheblich. Prüfe, ob die gewählte Spannung zum Instrument passt, weil zu hoher Zug Decke und Steg belastet. Kontrolliere die Auflagepunkte an Sattel und Steg, denn dort entstehen die meisten Nebengeräusche, und halte immer einen Satz Ersatzsaiten bereit.