Dux
Erster Einsatz des Fugenthemas in der Grundtonart.
Was es bedeutet
Dux, lateinisch für „Führer“, bezeichnet in der Fuge den allerersten Einsatz des Themas, vorgetragen von der zuerst einsetzenden Stimme in der Grundtonart des Werks. Er eröffnet die Fugenexposition und legt das melodische und rhythmische Material fest, das die folgenden Stimmen imitierend aufgreifen.
Musikalische Verwendung
Nach dem Dux antwortet die zweite einsetzende Stimme mit dem sogenannten Comes, einer meist in die Dominanttonart transponierten Version desselben Themas, während der Dux in der ersten Stimme mit einem Kontrapunkt weitergeführt wird. Dieses Wechselspiel aus Dux und Comes setzt sich fort, bis alle Stimmen der Fuge einmal eingesetzt haben und die Exposition abgeschlossen ist.
Abzugrenzen ist der Dux vom Comes, der zwar dasselbe thematische Material aufgreift, aber in einer anderen Tonart erklingt und dadurch harmonisch eine andere Funktion erfüllt. In späteren Durchführungsabschnitten einer Fuge kann das Thema in weiteren Tonarten erneut als eine Art Dux eingeführt werden, ohne dass die ursprüngliche Grundtonart zwingend zurückkehren muss.
Spielpraxis
Identifiziere beim Hören einer Fuge zunächst den Dux in der Eröffnungsstimme, da er das gesamte spätere Beziehungsgeflecht der Stimmen bestimmt, und verfolge dann, wie jede weitere Stimme das Thema als Comes oder erneuten Dux aufgreift. Beim eigenen Musizieren hilft es, den Einsatz des Dux klanglich leicht hervorzuheben, damit Zuhörende die Grundstruktur der Fuge klar erkennen können.