Echappement
Mechanismus der Klaviermechanik, der den Hammer nach dem Anschlag auslöst, bevor die Taste ganz zurückkehrt; ermöglicht schnelle Tonwiederholung.
Was es bedeutet
Das Echappement, aus dem Französischen für „Auslösung“ oder „Entweichen“, ist ein Bauteil der Klaviermechanik, das den Hammer im Moment des Anschlags von der antreibenden Mechanik entkoppelt, sodass er frei gegen die Saite fliegt, statt starr geführt zu werden. Dieses Loslösen ist entscheidend, damit der Hammer nach dem Anschlag sofort wieder von der Saite abprallt und diese frei schwingen lassen kann.
Musikalische Verwendung
Die Entwicklung wirksamer Echappement-Mechanismen im 18. und 19. Jahrhundert, insbesondere durch die sogenannte Repetitionsmechanik, ermöglichte es, denselben Ton sehr schnell mehrfach anzuschlagen, ohne die Taste jedes Mal vollständig loslassen zu müssen. Diese technische Verbesserung eröffnete Komponisten wie Franz Liszt neue virtuose Möglichkeiten, etwa schnelle Tonrepetitionen und Tremoli, die auf älteren Instrumenten ohne ausgereiftes Echappement kaum spielbar gewesen wären.
Abzugrenzen ist das Echappement von der Dämpfung, die für das Verstummen des Tons nach dem Loslassen der Taste zuständig ist, sowie von der grundsätzlichen Hammermechanik insgesamt, die den gesamten Bewegungsablauf vom Tastendruck bis zum Hammeranschlag umfasst, während das Echappement nur den entscheidenden Moment der Hammerauslösung betrifft.
Spielpraxis
Nutze die Wirkung des Echappements bewusst für schnelle Tonrepetitionen, indem du die Taste nach dem Anschlag nur teilweise, statt vollständig, wieder hochkommen lässt, bevor du erneut anschlägst. Achte beim Spiel besonders leiser, langsamer Passagen darauf, dass der Anschlag dennoch entschieden genug bleibt, damit das Echappement zuverlässig auslöst und kein unsauberer, doppelter Anschlagsklang entsteht.