Zum Inhalt springen
Instrument

Englische Mechanik

Klaviermechanik, bei der die Hämmer nicht direkt auf den Tasten sitzen, sondern in einer separaten Leiste gelagert sind.

Was es bedeutet

Die englische Mechanik ist eine historische Bauform der Klaviermechanik, bei der die Hämmer nicht wie bei der später vorherrschenden Wiener Mechanik direkt über den Tasten angebracht sind, sondern in einer separaten, feststehenden Leiste oberhalb der Tasten gelagert werden. Ein Stoßzungensystem überträgt den Tastendruck von unten auf den Hammer, der dadurch gegen die Saite geschleudert wird.

Musikalische Verwendung

Die englische Mechanik prägte im 18. und frühen 19. Jahrhundert vor allem in England gebaute Hammerklaviere, etwa Instrumente der Firma Broadwood, und erzeugte im Vergleich zur leichtgängigeren Wiener Mechanik einen kräftigeren, aber schwerergängigen Anschlag mit voller, tragfähiger Klangentwicklung. Diese Eigenschaften machten die englische Mechanik zur Grundlage der Weiterentwicklung hin zur modernen Repetitionsmechanik des heutigen Konzertflügels.

Abzugrenzen ist die englische Mechanik von der Wiener Mechanik, die mit einem leichteren Anschlag und schnellerer Ansprache einen helleren, transparenteren Klang begünstigte und in Wien und Süddeutschland verbreitet war. Von modernen Repetitionsmechaniken unterscheidet sich die frühe englische Mechanik durch das Fehlen eines ausgereiften Echappements für sehr schnelle Tonwiederholungen, das erst spätere Weiterentwicklungen ermöglichten.

Spielpraxis

Stelle dich beim Spiel eines historischen Instruments mit englischer Mechanik auf einen schwereren, kräftigeren Anschlag ein, als du ihn von modernen Konzertflügeln oder von Instrumenten mit Wiener Mechanik gewohnt bist. Nutze den vollen, tragfähigen Klang der englischen Mechanik gezielt für getragene, gesangliche Passagen, während sehr schnelle Tonrepetitionen aufgrund der begrenzten Auslösegeschwindigkeit vorsichtiger dosiert werden sollten.