Einchörig
Saiteninstrument, bei dem jeder Ton nur von einer einzelnen Saite erzeugt wird, im Gegensatz zu mehrchörigen Instrumenten.
Was es bedeutet
Ein einchöriges Instrument besitzt für jeden Ton genau eine einzelne Saite, im Unterschied zu mehrchörigen Instrumenten, bei denen zwei oder mehr Saiten gemeinsam denselben Ton erzeugen und zusammen als „Chor“ bezeichnet werden. Die moderne Konzertgitarre etwa ist einchörig, da jede ihrer sechs Saiten einen eigenen, unabhängigen Ton liefert.
Musikalische Verwendung
Die Unterscheidung zwischen ein- und mehrchörigen Instrumenten spielt besonders bei Zupfinstrumenten eine Rolle, da mehrchörige Bauformen wie viele historische Lauten oder die Mandoline durch die gleichzeitig schwingenden Saitenpaare einen volleren, obertonreicheren Klang erzeugen, während einchörige Instrumente klanglich klarer und direkter wirken. Historisch entwickelten sich manche Instrumente von mehrchöriger zu einchöriger Bauweise oder umgekehrt, je nach gewünschtem Klangideal der jeweiligen Epoche.
Abzugrenzen ist die Einchörigkeit von der bloßen Saitenzahl eines Instruments: Auch ein Instrument mit vielen Saiten, etwa die Harfe, ist einchörig, solange jede Saite einen eigenen Ton liefert. Mehrchörigkeit liegt erst vor, wenn mehrere Saiten für denselben Ton gemeinsam gestimmt und gespielt werden, wie es bei der zwölfsaitigen Gitarre der Fall ist, deren Saiten paarweise, also zweichörig, angeordnet sind.
Spielpraxis
Stimme bei einchörigen Instrumenten jede Saite einzeln und unabhängig, da keine zweite Saite denselben Ton stützt und Ungenauigkeiten sofort hörbar werden. Wechselst du zwischen ein- und mehrchörigen Instrumenten, etwa von der klassischen Gitarre zur zwölfsaitigen Gitarre, gewöhne dir bewusst um, da der volle Klang mehrchöriger Saitenpaare eine andere Anschlagstärke und Greiftechnik verlangt.