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Vortrag

Einsatz

Beginn einer Stimme; auch dirigentisches Anzeichen.

Was es bedeutet

Einsatz bezeichnet den Beginn einer Stimme — den Moment, in dem ein Instrument oder eine Singstimme nach einer Pause oder zu Beginn eines Stücks zu klingen anfängt. Das Wort hat zwei eng verbundene Bedeutungen.

Aus Sicht des Ausführenden ist der Einsatz der eigene Beginn, der genau im Tempo und in der richtigen Tonhöhe kommen muss. Aus Sicht des Dirigenten ist er das Zeichen, mit dem dieser Beginn angezeigt wird: eine Bewegung, die den Puls vorgibt und den Moment festlegt.

In der Fugenlehre bezeichnet der Begriff außerdem das Eintreten des Themas in einer Stimme; man spricht dort von Themeneinsätzen und ihrer Reihenfolge.

Im Notenbild

Der Einsatz ergibt sich aus dem Notentext selbst — aus der Pause davor und der ersten Note. In Orchester- und Chorstimmen erleichtern Stichnoten die Orientierung: kleine Noten aus anderen Stimmen, die vor dem eigenen Einsatz abgedruckt sind. Mehrtaktpausen mit Taktzahl zeigen an, wie lange geschwiegen wird. In Partituren sind Themeneinsätze gelegentlich durch Zeichen markiert.

Musikalische Verwendung

Einsätze gliedern das Zusammenspiel. In polyphoner Musik tragen sie die Form, weil das Nacheinander der Themeneinsätze den Satz strukturiert. In der Orchestermusik entscheidet die Genauigkeit der Einsätze wesentlich über den Eindruck eines Ensembles; in Chor und Kammermusik gehört ihre Abstimmung zur Probenarbeit.

Im Ensemble gibt der Dirigent Einsätze mit Blick und Geste, im Kammerensemble übernimmt ein Spieler diese Aufgabe mit Atem und Bewegung. Ein sauberer Einsatz verlangt gleichzeitige Tongebung, gemeinsamen Atem und die richtige Lautstärke vom ersten Ton an. ## Spielpraxis

Zähle Pausen mit und verlass dich nicht auf das Gefühl; bei langen Pausen hilft es, Taktzahlen statt Zählzeiten mitzuzählen. Nutze Stichnoten zur Orientierung, aber prüfe im Voraus, aus welcher Stimme sie stammen. Bereite Atem, Bogen oder Hand rechtzeitig vor, statt im letzten Moment zu reagieren. Und höre beim Einsatz auf das Ensemble, statt nur auf dich selbst — gemeinsam beginnen heißt gemeinsam atmen.