Probe
Vorbereitendes Üben einer Aufführung.
Was es bedeutet
Die Probe ist das gemeinsame Einstudieren eines Werks zur Vorbereitung einer Aufführung. Anders als das Üben, das der Einzelne für sich betreibt, dient die Probe dem Zusammenspiel: Tempo, Einsätze, Dynamik, Klangbalance und Interpretation werden gemeinsam festgelegt.
Im Musikbetrieb werden verschiedene Arten unterschieden. Stimm- oder Registerproben finden in einzelnen Gruppen statt, etwa nur mit den Streichern oder nur mit den Sopranen. Gesamtproben vereinen alle Beteiligten. Die Generalprobe ist der letzte vollständige Durchlauf vor der Aufführung, meist unter Aufführungsbedingungen. In der Oper kommen Bühnen- und Orchesterproben hinzu.
Zu unterscheiden ist die Probe vom Blattspiel, bei dem ohne Vorbereitung gespielt wird, und von der Aufführung selbst, deren Ergebnis die Probe vorbereitet.
Musikalische Verwendung
Die Probe ist so alt wie das gemeinsame Musizieren, doch ihre Bedeutung hat sich gewandelt. Im 18. Jahrhundert waren Proben oft kurz, und viele Aufführungen kamen mit wenig Vorbereitung zustande. Mit den gewachsenen Anforderungen des Orchesterrepertoires im 19. Jahrhundert und mit dem Anspruch an Genauigkeit nahmen Zahl und Länge der Proben zu. Heute ist die Probenarbeit ein wesentlicher Teil des Musikerberufs.
Man unterscheidet Einzelproben, Stimmproben für einzelne Instrumentengruppen, Tuttiproben mit dem ganzen Ensemble, die Hauptprobe und die Generalprobe, die meist unter Aufführungsbedingungen stattfindet. In der Oper kommen szenische Proben, Klavierproben und die Sitzprobe hinzu, bei der Sänger und Orchester erstmals zusammen musizieren, ohne zu spielen. Gute Proben sind geplant: Der Leiter weiß, welche Stellen Zeit brauchen, und beginnt mit dem Schwierigsten, solange die Konzentration hoch ist. Die Probe dient nicht nur der Korrektur, sondern auch dem gemeinsamen Verständnis des Werks. ## Spielpraxis
Komm vorbereitet: Die Probe dient dem Zusammenspiel, nicht dem Erlernen der eigenen Stimme. Bringe einen Bleistift mit und trage Absprachen sofort in die Noten ein. Höre auf die anderen Stimmen, besonders an Stellen, an denen du einsetzt oder begleitest. Und nutze Pausen, um dir zu merken, was an der vorigen Stelle besprochen wurde — in der nächsten Probe wird es vorausgesetzt.