Epilog
Abschließender Formteil, der z. B. in der Sonatenform nach dem zweiten Thema beruhigend zum Satzende überleitet.
Was es bedeutet
Der Epilog ist ein abschließender Formteil, der nach dem eigentlichen thematischen Geschehen eines Satzes steht und dessen Ende beruhigend vorbereitet. In der Sonatenform folgt der Epilog häufig auf das zweite Thema am Ende der Exposition oder Reprise und rundet den jeweiligen Formabschnitt klanglich ab, ohne selbst neues thematisches Material von Gewicht einzuführen.
Musikalische Verwendung
Der Begriff Epilog wird in der Formanalyse verwendet, um einen Abschnitt zu beschreiben, der nach der eigentlichen inhaltlichen Auseinandersetzung eines Satzes steht und diesen mit ruhigerer, oft kadenzierender Bewegung ausklingen lässt, ähnlich einem Nachwort in der Literatur. Solche Epiloge finden sich in klassischen und romantischen Instrumentalwerken, wo sie nach einem energiegeladenen zweiten Thema für einen entspannteren Abschluss des Formabschnitts sorgen.
Abzugrenzen ist der Epilog von der Coda, die als eigenständiger, oft eigenes thematisches Material enthaltender Schlussteil das gesamte Werk oder einen ganzen Satz beendet, während der Epilog meist einen kleineren Formabschnitt innerhalb eines Satzes abschließt. Auch vom Prolog, dem einleitenden Gegenstück, unterscheidet sich der Epilog durch seine Stellung am Ende statt am Anfang eines Abschnitts.
Spielpraxis
Höre beim Analysieren einer Sonatensatzform gezielt darauf, ob nach dem zweiten Thema ein beruhigender, kadenzierender Abschnitt folgt, der keine neuen thematischen Impulse mehr setzt: Dieser Abschnitt lässt sich als Epilog beschreiben. Gestalte einen solchen Epilog klanglich bewusst zurückgenommener als das vorangegangene Thema, etwa durch eine leisere Dynamik oder ein ruhigeres Tempo, um seine formale Funktion als Abrundung hörbar zu machen.