Faktur
Die Art und Weise, wie ein Tonstück satztechnisch aufgebaut ist; die kompositorische Struktur eines Werks.
Was es bedeutet
Faktur, vom lateinischen „factura“ für „Verfertigung“, bezeichnet die Art und Weise, wie ein Tonstück satztechnisch gearbeitet ist. Gemeint sind die Anlage der Stimmen, ihr Verhältnis zueinander, die Dichte des Satzes und die Behandlung des thematischen Materials – kurz: das kompositorische Gefüge eines Werks.
Musikalische Verwendung
Man spricht von einer dichten oder durchsichtigen Faktur, von polyphoner oder homophoner Faktur, von schlichter oder kunstvoller Arbeit. In der Analyse lässt sich am Begriff ablesen, wie ein Komponist mit seinem Material umgeht: ob er Melodie und Begleitung trennt, Stimmen imitierend führt oder einen Klangteppich webt.
Abzugrenzen ist die Faktur vom Stil, der die Merkmale einer Epoche oder eines Komponisten insgesamt beschreibt, und von der Form, dem größeren Ablaufplan eines Werks. Die Faktur betrifft die Machart im Kleinen: wie die Stimmen im Augenblick zusammengesetzt sind.
Spielpraxis
Höre bei einem Stück gezielt darauf, wie viele Stimmen gleichzeitig erklingen und wie sie zusammenhängen. Wenn du selbst spielst, gestalte den Klang so, dass die tragende Stimme hervortritt und die Begleitung zurücktritt, oder bei polyphoner Faktur jede Stimme gleichrangig hörbar bleibt.