Fußtonzahl
Maß der Orgelregisterlänge in Fuß.
Was es bedeutet
Die Fußtonzahl gibt an, in welcher Oktavlage ein Orgelregister klingt. Sie bezieht sich auf die Länge der längsten offenen Pfeife des Registers, gemessen in Fuß. Ein Register von acht Fuß klingt so, wie die Taste notiert ist; vier Fuß klingt eine Oktave höher, zwei Fuß zwei Oktaven höher, sechzehn Fuß eine Oktave tiefer, zweiunddreißig Fuß zwei Oktaven tiefer. Auch Zwischenwerte kommen vor: Register mit gebrochenen Zahlen wie zweieindrittel oder eindreifünftel Fuß klingen nicht in Oktaven, sondern in Quinten und Terzen über dem Grundton und heißen Aliquoten.
Musikalische Verwendung
Die Fußtonzahl ist das Ordnungsprinzip jeder Registrierung. Aus ihr ergibt sich, wie hoch oder tief ein Klang liegt und wie er aufgebaut ist: Eine Grundstimme von acht Fuß bildet die Basis, ergänzende Register in vier und zwei Fuß geben Glanz, Aliquoten färben den Klang, indem sie einzelne Obertöne verstärken. Auf diese Weise baut der Organist Klangfarben zusammen, ähnlich wie sich ein Ton aus Teiltönen zusammensetzt. Im Pedal sind sechzehn Fuß die gewohnte Grundlage. Die Angaben stehen auf jedem Registerzug und sind von Orgel zu Orgel vergleichbar, auch wenn die Registernamen wechseln.
Spielpraxis
Beginne beim Registrieren mit der Frage nach der gewünschten Lage und wähle die Grundstimme, bevor du Farbe hinzufügst. Prüfe, ob eine Kombination aus Aliquoten zum Stück passt — sie sind wirkungsvoll, können aber die Mehrstimmigkeit verwischen. Hohe Register werden in dichten Akkorden rasch schrill; halte dann die Lage weit. Im Pedal ist die Abstimmung zwischen sechzehn und acht Fuß entscheidend für Deutlichkeit. Notiere deine Registrierungen mit Fußtonzahlen statt nur mit Namen, weil die Bezeichnungen an anderen Instrumenten abweichen, die Zahlen aber übertragbar bleiben.
gedackte Register bei halber Länge dieselbe Tonhöhe erzeugen wie offene: Ein gedacktes Achtfußregister ist nur etwa vier Fuß lang, klingt aber in der notierten Lage. Die Fußtonzahl bezeichnet deshalb immer die klingende Lage und nicht die gemessene Pfeifenlänge. Prüfe an einem unbekannten Instrument die Registerschilder und ordne sie den Familien zu, bevor du registrierst. Bei Aliquoten lohnt vorsichtiges Ausprobieren, weil ihre Wirkung von der Grundstimme abhängt, mit der sie verbunden werden.