Zweifuß
Hohe Orgelpfeifenlänge.
Was es bedeutet
Zweifuß bezeichnet in der Orgel ein Register, dessen längste offene Pfeife etwa zwei Fuß misst. Es klingt zwei Oktaven höher als notiert: Eine gegriffene Taste c' erklingt als c'''. Im System der Fußtonzahlen steht der Zweifuß damit über dem Vierfuß, der eine Oktave über der Notation liegt, und über dem Achtfuß, der klingend mit der Notation übereinstimmt. Register in zwei Fuß tragen Namen wie Oktave, Prinzipal, Flöte oder Waldflöte, je nach Bauart und Tradition.
Musikalische Verwendung
Hohe Register werden selten allein verwendet, sondern als Teil eines Aufbaus. In der klassischen Registrierung bilden Acht-, Vier- und Zweifuß zusammen den Prinzipalchor, der wie eine verstärkte Obertonreihe wirkt: Die Grundstimme trägt, die höheren Register geben Glanz und Deutlichkeit. Ein Zweifuß macht die Stimmführung durchsichtiger und lässt schnelle Passagen klarer hervortreten. Allein oder in Verbindung mit einer Flöte kann er als helle Solostimme dienen, etwa für ein Cantus-firmus-Spiel in hoher Lage. In dichten Akkorden wird er leicht schrill.
Spielpraxis
Baue eine Registrierung von unten auf: erst die Grundstimme wählen, dann Vier- und Zweifuß hinzufügen und dabei prüfen, ob der Klang klarer oder nur lauter wird. Halte bei hohen Registern die Lage weit und meide enge Akkorde in der Diskantlage. Beachte, dass die oberste Oktave vieler Register repetiert, also auf tiefere Pfeifen zurückgreift — das verändert den Klang und ist kein Fehler. Notiere Registrierungen mit Fußtonzahlen statt nur mit Namen, damit sie auf andere Instrumente übertragbar bleiben.
hohe Register in der Diskantlage schnell an die Grenze des Pfeifenwerks stoßen und dort repetieren, also auf tiefere Pfeifen zurückgreifen: Der Klang wird dadurch in der obersten Oktave anders, was kein Fehler ist, aber die Gestaltung beeinflusst. Prüfe, wo diese Stelle liegt. Für Solostimmen in hoher Lage eignet sich die Verbindung eines Zweifußes mit einer Flöte gut, weil sie Glanz ohne Schärfe gibt.