Futurismus
Musikbewegung um Geräuschmusik im 20. Jh.
Was es bedeutet
Futurismus bezeichnet eine künstlerische Bewegung des frühen 20. Jahrhunderts, die in Italien entstand und Technik, Geschwindigkeit und die Klänge der modernen Stadt zum Gegenstand der Kunst machte. In der Musik bedeutete das die Forderung, Geräusche als gleichberechtigtes Material zu verwenden: Maschinenklänge, Lärm, Signale. Dafür wurden eigene Geräuscherzeuger gebaut, mit denen Stücke aufgeführt wurden; erhalten sind davon fast keine, sodass sich der Klang nur mittelbar erschließen lässt.
Musikalische Verwendung
Die unmittelbare Wirkung der Bewegung blieb begrenzt, ihre Folgen waren jedoch weitreichend. Die Grenze zwischen Ton und Geräusch wurde grundsätzlich in Frage gestellt, und damit war der Weg zu Musikrichtungen bereitet, die Geräusch als Material verwenden — von der Musique concrète bis zur elektronischen Musik. Auch die Aufnahme von Sirenen, Maschinen und Alltagsklängen in Orchesterwerke der 1920er Jahre gehört in diesen Zusammenhang. Historisch ist zudem die Verbindung der Bewegung zu politischen Strömungen ihrer Zeit zu beachten, die in der Forschung ausführlich behandelt wird.
Spielpraxis
Werke dieses Umkreises verlangen Instrumente und Geräte, die oft nicht mehr vorhanden sind; Aufführungen beruhen deshalb auf Rekonstruktionen, deren Grundlagen offengelegt werden sollten. Wo Partituren Geräuschquellen verlangen, kläre Beschaffung und Handhabung früh und probe die Lautstärkeverhältnisse im Raum. Behandle Geräusche so genau wie Töne: Einsatz, Dauer und Ende gehören zur Ausführung. Erläutere den historischen Zusammenhang im Programm.
die Wirkung solcher Werke stark vom Raum und von der Aufstellung abhängt: Geräuschquellen strahlen gerichtet ab und lassen sich in der Balance kaum nachregeln. Probe die Lautstärkeverhältnisse an Ort und Stelle. Kläre früh, welche Geräte zur Verfügung stehen und wer sie bedient. Informiere dich bei Werken mit Intonarumori, ob Nachbauten der Instrumente verfügbar sind, da Originale kaum erhalten sind. Für das Publikum ist ein knapper Hinweis auf den historischen Zusammenhang hilfreich, weil solche Musik sonst als bloßer Lärm gehört wird. Kläre frühzeitig, wer die Geräuschquellen bedient, und probe deren Einsätze wie jede andere Stimme des Werkes.