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Form

Galliarde

Lebhafter Renaissance-Tanz im 3/4-Takt.

Was es bedeutet

Die Galliarde ist ein lebhafter Paartanz der Renaissance im Dreiertakt. Sie war im 16. Jahrhundert an den Höfen Europas verbreitet und bekannt für ihre kraftvollen Sprünge, mit denen die Tänzer ihre Geschicklichkeit zeigten.

Kennzeichnend ist ein Grundschritt aus fünf Bewegungen, die sich über sechs Zählzeiten verteilen — der fünfte Schritt ist ein Sprung, nach dem die Tänzer in einer Pose landen. Musikalisch steht dem ein Dreiertakt mit häufigen Hemiolen gegenüber, also Betonungsverschiebungen, bei denen zwei Dreiertakte wie drei Zweiertakte klingen.

Die Galliarde wurde meist als Nachtanz zur Pavane gespielt, einem langsamen, schreitenden Tanz in geradem Takt. Häufig verwendeten beide dasselbe melodische Material: Die Galliarde war dann eine rhythmisch umgeformte, bewegtere Fassung der Pavane. Dieses Paar aus langsamem Vortanz und schnellem Nachtanz ist ein Vorläufer der späteren Suite.

Im Notenbild

Die Galliarde steht im Dreiertakt, in der Überlieferung oft in großen Notenwerten, in modernen Ausgaben meist im Dreivierteltakt. Sie ist in mehrere wiederholte Abschnitte gegliedert. Die Hemiolen zeigen sich an Bindungen und Akzenten, die den Zweierrhythmus gegen den Dreiertakt setzen.

Musikalische Verwendung

Die Galliarde war einer der wichtigsten Tänze des 16. Jahrhunderts und ist in Tanzsammlungen, in Lauten- und Tastenmusik sowie in Ensemblemusik überliefert. Besonders in der englischen Musik um 1600 entstanden kunstvolle Galliarden, die nicht mehr zum Tanzen gedacht waren.

Die Galliarde folgte in der Renaissance meist auf die langsame Pavane und nahm deren Melodie in schnellem Dreiertakt auf. Sie war für ihre Sprünge bekannt. Das Grundmuster aus fünf Schritten mit einem Sprung hieß cinque passi. Sie steht im Dreiertakt.

Spielpraxis

Halte das Tempo lebhaft, aber so, dass die Sprünge Zeit haben — der Tanz ist kräftig, nicht hastig. Arbeite die Hemiolen deutlich heraus. Verziere Wiederholungen, wie es in der Praxis der Zeit üblich war. Und informiere dich über die Schrittfolge, denn sie erklärt die Betonungen.