Branle
Französischer Reihentanz der Renaissance.
Was es bedeutet
Der Branle ist ein französischer Gruppentanz der Renaissance, bei dem die Tanzenden in einer Kette oder im Kreis tanzen und sich mit seitlichen Schritten hin und her bewegen. Der Name geht auf branler, „schwanken, schaukeln", zurück und beschreibt diese seitliche Bewegung.
Der Branle war keine einzelne Form, sondern eine ganze Familie von Tänzen mit unterschiedlichen Schrittfolgen, Taktarten und Tempi. Es gab langsame und schnelle, gerade und ungerade Branles, und viele trugen regionale Beinamen. Gemeinsam war ihnen die Anlage als Gemeinschaftstanz, an dem alle Anwesenden teilnehmen konnten.
Zu unterscheiden ist der Branle von den Paartänzen der Zeit wie der Galliarde oder der Pavane, bei denen Paare einzeln auftraten.
Im Notenbild
Branles sind in Tanzsammlungen des 16. Jahrhunderts überliefert, meist als kurze, mehrfach zu wiederholende Abschnitte. Die Melodien sind schlicht und rhythmisch klar, der Satz oft mehrstimmig für Instrumentalensemble. Moderne Ausgaben übertragen sie in heutige Notation und fügen gelegentlich Hinweise zur Besetzung hinzu, die in den Quellen fehlen.
Musikalische Verwendung
Der Branle war im 16. Jahrhundert einer der meistgetanzten Tänze in Frankreich und verbreitete sich von dort in andere Länder. Häufig eröffneten Folgen von Branles die Tanzabende. Musikalisch wurden sie von Instrumentalensembles gespielt, deren Zusammensetzung wechselte. In der späteren Musikgeschichte werden Branles gelegentlich als altertümlicher Tanz zitiert.
Beim Branle bewegten sich die Tänzer in Reihe oder Kreis seitwärts, mit wechselnden Schritten nach links und rechts. Es gab zahlreiche regionale Formen mit eigenen Namen und Taktarten. Thoinot Arbeau beschrieb sie 1589 in seiner Orchésographie. Der Branle eröffnete oft einen Ball und war auch bei Hof beliebt. ## Spielpraxis
Halte den Rhythmus straff und gleichmäßig; ein Gemeinschaftstanz braucht einen verlässlichen Puls. Arbeite die Schwerpunkte klar heraus. Variiere bei Wiederholungen Besetzung oder Verzierung, wie es in der Praxis der Zeit üblich war. Und informiere dich über die Tanzschritte — sie erklären Tempo und Gliederung.