Zum Inhalt springen
Form

Gegenstimme

Begleitstimme zur Hauptmelodie.

Was es bedeutet

Eine Gegenstimme ist eine selbständige Linie, die neben der Hauptmelodie geführt wird. Anders als eine bloße Begleitung hat sie eigene melodische Kontur und eigenen Rhythmus; sie ergänzt die Melodie, statt sie nur zu stützen. In der Fuge bezeichnet der verwandte Begriff Kontrasubjekt jene Stimme, die regelmäßig gegen das Thema gesetzt wird. In der Blas- und Chormusik meint Gegenstimme oft eine zusätzlich komponierte Linie zu einer bekannten Melodie.

Musikalische Verwendung

Der Reiz einer guten Gegenstimme liegt im Verhältnis zur Melodie: Sie bewegt sich dort, wo die Hauptstimme liegt, und tritt zurück, wo diese sich bewegt; beide ergänzen sich zu einem durchgehenden Fluss. Dieses Prinzip ist die Grundlage des Kontrapunkts. Eine Gegenstimme kann zudem die Harmonie verdeutlichen, indem sie Töne ergänzt, die in der Melodie fehlen. In der Praxis der Gemeinde- und Blasmusik werden Gegenstimmen zu Chorälen gesetzt, um einen sonst gleichförmigen Strophengesang zu beleben.

Gegenstimmen finden sich in Chorälen, Liedsätzen und Arrangements. Im Jazz spricht man von Counterlines, die der Melodie eine zweite Ebene geben, ohne sie zu verdecken. ## Spielpraxis

Spiele eine Gegenstimme nicht zu zurückhaltend, aber auch nicht als zweite Melodie: Sie soll hörbar sein und die Hauptstimme dennoch nicht verdecken. Prüfe, wo die Linien sich kreuzen oder eng beieinanderliegen, und passe dort die Lautstärke an. Arbeite Stellen heraus, an denen deine Stimme führt, weil die Melodie ruht. Übe zunächst mit der Hauptstimme zusammen, nicht allein, damit das Verhältnis der Linien von Anfang an klar ist. Achte auf die Intonation, besonders in Terz- und Sextparallelen.

eine Gegenstimme oft dann hervortritt, wenn die Melodie ruht: Markiere diese Stellen und gestalte sie, statt durchgehend gleich zu spielen. In der Bläsermusik werden Gegenstimmen häufig zu Chorälen gesetzt; achte darauf, die Melodie nicht zu überdecken. Prüfe, ob die Gegenstimme in Ausgaben ergänzt wurde, weil solche Zusätze in Bläserliteratur verbreitet sind.