Gigue
Schneller Tanz am Ende der Suite, meist im 6/8-Takt.
Was es bedeutet
Die Gigue ist ein schneller Tanz in zusammengesetztem Takt, meist im Sechsachtel-, gelegentlich im Zwölfachtel- oder Dreiachteltakt. In der barocken Suite bildet sie in der Regel den Schlusssatz und beendet die Folge der Tänze mit lebhafter, oft virtuoser Bewegung.
Der Tanz geht auf den englischen und irischen jig zurück, einen raschen Volkstanz, und wurde im 17. Jahrhundert in die französische und italienische Kunstmusik übernommen. Dabei entwickelten sich unterschiedliche Formen. Die französische Gigue ist häufig punktiert und kontrapunktisch angelegt, die italienische Giga rascher, gleichmäßiger und homophoner.
Ein häufiges Merkmal ist der imitatorische Beginn: Die Stimmen setzen nacheinander mit dem Thema ein, und im zweiten Teil wird das Thema oft in Umkehrung verarbeitet.
Im Notenbild
Die Gigue steht meist im Sechsachteltakt, erkennbar an der Balkung in Dreiergruppen. Sie ist in zwei wiederholte Teile gegliedert, von denen der erste in eine verwandte Tonart moduliert und der zweite zur Grundtonart zurückführt. Punktierte Figuren und rasche Läufe sind häufig.
Musikalische Verwendung
Als Schlusssatz der Suite ist die Gigue in der Klavier-, Lauten-, Orchester- und Kammermusik des Barock allgegenwärtig. Sie gehört zu den festen Stammtänzen der Suite, neben Allemande, Courante und Sarabande. Auch in Solowerken für Streichinstrumente steht sie am Schluss.
Johann Mattheson unterschied 1739 in seinem Vollkommenen Capellmeister mehrere Arten, darunter die englische Gigue und die italienische Giga. Man unterscheidet die französische Gigue mit punktierten Rhythmen und oft fugierter Anlage von der italienischen Giga mit gleichmäßigen Achtelketten. In der barocken Suite bildet sie meist den Schlusssatz. Bei Bach ist der zweite Teil häufig eine Umkehrung des ersten. Französische Gigues stehen oft im 6/4- oder 3/8-Takt mit punktierten Figuren, italienische Gigas meist im 12/8-Takt.
Spielpraxis
Zähle in Dreiergruppen und halte das Tempo lebhaft, aber kontrolliert. Arbeite bei imitatorischen Gigues die Themeneinsätze deutlich heraus. Spiele punktierte Figuren scharf. Und beachte die Wiederholungen — in der Barockpraxis wurde die Wiederholung häufig verziert.