Hornpipe
Englischer Tanz, älter im 3/2-, später im geraden Takt.
Was es bedeutet
Die Hornpipe ist ein englischer Tanz, der seit dem 16. Jahrhundert belegt ist und seinen Namen von einem gleichnamigen Blasinstrument ableitet, zu dessen Begleitung er ursprünglich getanzt wurde.
Der Tanz hat im Lauf der Zeit seine Gestalt gewandelt. Die ältere Form des 17. und frühen 18. Jahrhunderts steht meist im Dreihalbetakt, also mit drei Halben je Takt, und ist durch synkopische Rhythmen gekennzeichnet, bei denen Betonungen auf unerwartete Zählzeiten fallen. Die jüngere Form, die sich im späten 18. Jahrhundert durchsetzte, steht dagegen im geraden Takt, meist im Zweivierteltakt, und hat punktierte Rhythmen. Diese jüngere Form ist heute die bekanntere und wird mit Seeleuten und Volksmusik verbunden.
Der 3/2-Takt gilt deshalb nur für die ältere Form. Wer eine Hornpipe spielt, sollte prüfen, welcher Typ gemeint ist.
Im Notenbild
Die ältere Hornpipe erscheint im Dreihalbetakt mit synkopierten Figuren und Hemiolen. Die jüngere erscheint im geraden Takt mit charakteristischen punktierten Rhythmen und einem Schluss aus drei betonten Vierteln. Beide sind in wiederholte Abschnitte gegliedert.
Musikalische Verwendung
Die ältere Form findet sich in der englischen Kunstmusik um 1700, in Suiten, Bühnenmusiken und Tanzsammlungen. Die jüngere Form gehört zur Volksmusik der Britischen Inseln und ist dort bis heute lebendig, besonders in Irland und Schottland.
Das Instrument ist unter dem walisischen Namen pibgorn bekannt. Im Barock stand sie im 3/2-Takt mit synkopischen Rhythmen, etwa bei Purcell und Händel. Später wandelte sie sich zu einem Tanz im geraden Takt, der besonders mit Seeleuten verbunden wurde. Als Solotanz ist sie in der irischen und englischen Volksmusik bis heute lebendig. Händel schrieb eine bekannte Hornpipe in der Wassermusik.
Spielpraxis
Kläre zuerst, welcher Typ vorliegt, denn Takt, Rhythmus und Charakter unterscheiden sich grundlegend. Arbeite bei der älteren Form die Synkopen deutlich heraus, bei der jüngeren die Punktierungen. Halte das Tempo tänzerisch. Und höre Aufnahmen aus der jeweiligen Tradition.