Gong
Hängendes Bronzebecken mit definierter Tonhöhe.
Was es bedeutet
Ein Gong ist eine große, meist runde Bronzescheibe mit umgebogenem Rand, die frei hängend mit einem weichen Schlägel angeschlagen wird. Man unterscheidet zwei Grundtypen: Gongs mit deutlich hörbarer Tonhöhe, häufig mit einer Wölbung in der Mitte, und flache Instrumente ohne bestimmbare Tonhöhe, für die im europäischen Sprachgebrauch oft der Name Tamtam verwendet wird. Der Klang entwickelt sich langsam, wächst nach dem Anschlag noch an und klingt sehr lange nach; je nach Anschlagstelle und Schlägel reicht er vom dunklen Grollen bis zum schimmernden Rauschen.
Im Notenbild
Notiert wird der Gong in einer Schlagzeugzeile, bei gestimmten Instrumenten auch mit konkreter Tonhöhe. Wichtig sind Angaben zu Schlägel, Anschlagstelle und Dauer; ein Haltebogen mit laissez vibrer lässt den Klang stehen, ein Dämpfungszeichen beendet ihn. Wirbel werden mit Tremolostrichen geschrieben.
Musikalische Verwendung
In zahlreichen Musiktraditionen Ost- und Südostasiens sind Gongs zentrale Instrumente, im Gamelan gliedern sie die musikalische Form. In der europäischen Orchestermusik erscheinen sie seit dem späten 18. Jahrhundert und dienen vor allem feierlichen, bedrohlichen oder zäsurhaften Momenten. Ihre Wirkung ist groß und wird deshalb sparsam dosiert; ein einzelner Schlag prägt ganze Abschnitte. Weil der Klang erst allmählich seine volle Stärke erreicht, muss der Einsatz zeitlich vorausgedacht werden.
Spielpraxis
Schlage nicht genau in die Mitte, sondern etwas versetzt, und benutze einen schweren, weichen Schlägel; harte Schlägel erzeugen ein unschönes Klatschen. Für leise Einsätze hilft es, das Instrument vorher leicht anzuwärmen, also mit sehr sanften Schlägen in Schwingung zu versetzen, damit es sofort anspricht. Dämpfe mit Händen oder Körper von unten nach oben und rechtzeitig, weil der Nachhall sehr lang ist. Achte auf eine freie Aufhängung — berührt der Rand das Gestell, entstehen Nebengeräusche. Transportiere große Gongs stehend und geschützt, da Verbeulungen den Klang dauerhaft verändern.
große Gongs erhebliche Energie speichern und nach dem Dämpfen weiterschwingen können: Plane das Abstellen früher, als es der Notentext nahelegt, und dämpfe in mehreren Schritten, damit kein hörbares Abwürgen entsteht. Achte auf den eigenen Stand, weil das Instrument schwer ist und beim Anschlag ausweicht. Prüfe vor der Aufführung, ob Gestell und Haken geräuschfrei sind. Im Orchester kläre die Position: Ein Gong hinter dem Blech wirkt anders als einer an der Seite.