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Vortrag

Gradatim

Stufenweise, allmählich.

Was es bedeutet

Gradatim kommt aus dem Lateinischen und heißt „schrittweise, stufenweise". Als Anweisung verlangt es, eine Veränderung nicht auf einmal, sondern in Stufen vorzunehmen — bei der Lautstärke, beim Tempo oder bei der Registrierung.

Die Angabe ist selten und begegnet vor allem in älteren Quellen und in der Orgelliteratur, wo das stufenweise Vorgehen der Bauweise des Instruments entspricht: Die Lautstärke wird dort durch Hinzunehmen von Registern verändert, also notwendig in Schritten.

Verwandt ist das italienische poco a poco, „nach und nach", das jedoch eher einen gleitenden Verlauf meint. Der Unterschied ist derselbe wie zwischen Terrassendynamik und fließender Dynamik: einmal Stufen, einmal Übergang.

Im Notenbild

Das Wort steht über dem System an der Stelle, ab der es gilt. Häufig tritt es zu einer anderen Anweisung hinzu und präzisiert deren Verlauf. In Orgelnoten erscheint es in Registrieranweisungen, gelegentlich zusammen mit Angaben, welche Register wann hinzuzunehmen sind.

Musikalische Verwendung

Verwendet wird die Angabe dort, wo eine Steigerung in erkennbaren Schritten aufgebaut werden soll: in Orgelwerken, in Sätzen mit terrassenartigem Klangaufbau, in Abschnitten, in denen nach und nach Stimmen hinzutreten. Die Wirkung unterscheidet sich hörbar von einem gleitenden Crescendo — jede Stufe ist als solche wahrnehmbar.

Das lateinische Wort bedeutet stufenweise und bezeichnet eine allmähliche Veränderung, etwa in Tempo oder Lautstärke. Es entspricht dem italienischen poco a poco und steht in älterer Musik und Lehrwerken. Plötzliche Sprünge sind zu vermeiden, damit der Verlauf wirklich stufenlos wirkt. Das Wort findet sich in lateinischen Theorietraktaten und bezeichnet dort auch die stufenweise Melodiebewegung.

Spielpraxis

Lege die Stufen vorher fest: wie viele, wo sie liegen, wie groß der Abstand ist. Halte jede Stufe, bis die nächste kommt, und vermeide unbewusste Übergänge dazwischen. Teile die Strecke so ein, dass die letzte Stufe noch eine Steigerung erlaubt. Und achte im Ensemble darauf, dass alle dieselben Stellen für den Wechsel wählen.