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Dynamik

Terrassendynamik

Stufenweiser Lautstärkewechsel ohne Übergang, typisch für den Barock.

Was es bedeutet

Terrassendynamik bezeichnet einen Lautstärkewechsel, der in Stufen erfolgt statt in fließenden Übergängen: Ein Abschnitt steht im forte, der nächste im piano, dazwischen liegt kein crescendo oder decrescendo. Das Bild der Terrassen meint diese klar abgesetzten Ebenen.

Der Begriff stammt aus der Musikwissenschaft des 20. Jahrhunderts und beschreibt eine Praxis, die für die Musik des Barock kennzeichnend ist. Er wird in der Forschung differenzierter gesehen, als die griffige Bezeichnung nahelegt: Auch in dieser Zeit gab es abgestufte und flexible Tongebung, besonders bei Sängern und Streichern. Als Beschreibung der notierten Dynamik und der Möglichkeiten von Orgel und Cembalo bleibt der Begriff jedoch brauchbar.

Den Gegenbegriff bildet die fließende Dynamik mit allmählichen Übergängen, die sich im 18. Jahrhundert durchsetzt.

Im Notenbild

Erkennbar ist die Terrassendynamik daran, dass Dynamikangaben abschnittsweise stehen und keine Gabeln oder Übergangswörter dazwischen erscheinen. Häufig wechseln f und p unmittelbar aufeinander, oft an Wiederholungen oder beim Wechsel zwischen Tutti und Solo.

Musikalische Verwendung

Die stufenweise Dynamik hängt eng mit der Bauweise der Instrumente und mit der Satzweise zusammen. Orgel und Cembalo können die Lautstärke nicht durch den Anschlag verändern, sondern nur durch Registerwechsel oder den Wechsel des Manuals — also in Stufen. Im Concerto grosso ergibt sich derselbe Effekt aus dem Wechsel zwischen der kleinen Solistengruppe und dem vollen Ensemble. Mit dem Hammerklavier und dem klassischen Orchester tritt die fließende Dynamik an ihre Stelle. Ob der Barock ausschließlich stufenweise Dynamik kannte, ist in der Forschung umstritten, denn Quellen belegen auch Crescendi.

Spielpraxis

Setze die Stufen klar gegeneinander und vermeide unbewusste Übergänge — ein leichtes Anschwellen vor dem lauten Abschnitt widerspricht dem Stil. Markiere dir die Wechselstellen im Notentext. Gestalte innerhalb einer Stufe über Artikulation und Tongebung, nicht über Lautstärke. Und prüfe bei Wiederholungen, ob ein Wechsel zwischen laut und leise gemeint ist; er ist oft nicht notiert, sondern Teil der Aufführungspraxis.