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Dynamik

Terrassendynamik

Terrassendynamik bedeutet: Die Lautstärke wechselt stufenweise, ohne Übergänge, wie Terrassen nebeneinander. Abschnitte in einer Lautstärke (etwa forte, dann piano) stehen scharf getrennt hintereinander. Sie ist typisch für die Musik des Barock.

Merkmal
feste Lautstärkestufen, abrupte Wechsel
Gegensatz
Crescendo und Diminuendo
Typisch für
Barockmusik, Orgel und Cembalo
Verwandt
Subito

Stufen wie Terrassen

Auf einer Terrasse bleibt man auf gleicher Höhe, bis eine Treppe eine neue Ebene erreicht. Ebenso bleibt in der Terrassendynamik die Lautstärke gleich, bis sie auf eine neue Stufe springt. Es gibt kein allmähliches Anschwellen oder Abschwellen, sondern klar abgegrenzte Abschnitte, etwa im Wechsel von forte und piano. Die Wechsel stehen meist dort, wo eine neue Phrase oder ein neuer Abschnitt beginnt.

Zwei Terrassen: forte und piano im Wechsel

4 4 f p f p

Dieselbe Figur erklingt abwechselnd laut und leise. Zwischen den Stufen gibt es kein Crescendo und kein Diminuendo.

Drei Terrassen im Bassschlüssel: p, mf, f

4 4 p mf f p

Jeder Takt hat seine eigene Lautstärke. Erst mit dem letzten Takt wird es wieder leise.

Warum Barock?

Die Terrassendynamik gilt als Kennzeichen der Barockmusik. Das hat auch mit den Instrumenten zu tun: Auf Orgel und Cembalo lässt sich die Lautstärke nicht durch den Anschlag stufenlos ändern, wohl aber durch den Wechsel von Registern oder Manualen. Auch im Concerto grosso steht der Wechsel von Tutti und Solo für zwei Lautstärken. Notiert wird der Wechsel in barocken Noten oft nur mit den ausgeschriebenen Wörtern „forte“ und „piano“ in den Stimmen.

Gegensatz zum Crescendo

Mit der Klassik und Romantik rückt das stufenlose Anschwellen und Abschwellen stärker in den Vordergrund: das Crescendo und das Diminuendo. Die Terrassendynamik ist dazu das Gegenteil: Sie arbeitet mit Kontrast statt mit Verlauf. Auch das Echo, bei dem eine Phrase leiser wiederholt wird, ist ein Fall von Terrassendynamik.

Zum Üben: Spiele ein kurzes Stück, in dem du je zwei Takte forte und zwei Takte piano spielst. Der Wechsel erfolgt nur an der Taktgrenze und ohne Übergang. Achte darauf, dass beide Stufen in sich gleichbleiben, also im forte nicht schon wieder leiser wirst.

Häufige Fehler

  • Zwischen den Stufen vermitteln: In der Terrassendynamik springt die Lautstärke, sie gleitet nicht.
  • Innerhalb einer Stufe schwanken: Jede Terrasse bleibt auf ihrer Höhe.
  • Terrassendynamik auf alles anwenden: Sie passt zum Stil; in der Romantik wirkt sie oft fremd.