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Instrument

Griffloch

Öffnung an Blasinstrumenten zur Tonhöhenänderung.

Was es bedeutet

Ein Griffloch ist eine Bohrung in der Wand eines Blasinstruments, die mit dem Finger oder über eine Klappe geschlossen und geöffnet wird. Geschlossen zählt die Luftsäule bis zum Rohrende, geöffnet endet sie akustisch näher am Mundstück, und der Ton wird höher. Durch das stufenweise Öffnen von unten nach oben entsteht die Tonleiter. Größe, Lage und Bohrung der Löcher bestimmen Intonation und Klang und sind beim Bau sorgfältig aufeinander abgestimmt; sie folgen akustischen Erfordernissen, nicht der Bequemlichkeit der Hand.

Musikalische Verwendung

Aus dieser einfachen Mechanik folgen die musikalischen Eigenheiten vieler Instrumente. Einfache Flöten und historische Instrumente besitzen sechs oder sieben Löcher und liefern damit eine diatonische Leiter; chromatische Töne entstehen durch Gabelgriffe oder durch teilweises Abdecken, klingen aber oft anders als die Hauptgriffe — eine Ungleichheit, die in der Musik jener Zeit als Farbe mitgehört wurde. Die Klappensysteme des 19. Jahrhunderts, allen voran die Böhm-Mechanik, verlegten die Löcher an akustisch richtige Stellen und machten sie über Hebel erreichbar; dadurch wurden alle Tonarten gleichmäßig spielbar. Das Überblasen ergänzt das System, indem es den Tonraum in die nächste Lage hebt.

Spielpraxis

Schließe Löcher mit der weichen Fingerkuppe vollständig ab; schon eine kleine Undichtigkeit lässt den Ton kippen oder zu hoch klingen. Halte die Finger flach über den Löchern, ohne sie weit abzuspreizen, damit die Wege kurz bleiben. Gabelgriffe klingen meist dumpfer und tiefer — plane sie in schnellen Passagen bewusst ein und gleiche mit dem Ansatz aus. Bei Holzinstrumenten sammelt sich Kondenswasser in den Löchern und erzeugt gurgelnde Nebengeräusche; wische sie ab und blase sie vorsichtig frei. Kontrolliere bei Klappeninstrumenten regelmäßig die Polster, weil undichte Polster dieselben Fehler erzeugen wie schlecht schließende Finger.

die Größe der Löcher die Ansprache mitbestimmt: Kleine Löcher erleichtern das Greifen, machen den Ton aber gedeckter, große verlangen genaues Abdecken. Historische Instrumente und Nachbauten unterscheiden sich darin erheblich. Übe das Halbdecken vor dem Spiegel oder mit Kontrolle durch ein Stimmgerät. Achte bei Instrumenten aus Holz auf gleichmäßige Feuchte, weil Quellen und Schwinden die Lochränder verändern. Kondenswasser in einem Loch erkennst du an einem gurgelnden Ton; wische es ab, statt kräftiger zu blasen.