Groupe des Six
„Gruppe der Sechs“ – 1918 in Paris gegründete Vereinigung von sechs jungen französischen Komponisten.
Was es bedeutet
Die Groupe des Six, „Gruppe der Sechs“, war eine Vereinigung von sechs jungen französischen Komponisten, die sich um 1918 in Paris zusammenfanden. Es waren Georges Auric, Louis Durey, Arthur Honegger, Darius Milhaud, Francis Poulenc und Germaine Tailleferre. Der Name geht auf einen Zeitungsartikel des Kritikers Henri Collet von 1920 zurück.
Musikalische Verwendung
Die Gruppe wandte sich gegen die Schwere der Nachromantik und die Klangfarbenästhetik des Impressionismus und suchte einen klaren, schlichten und witzigen Ton. Geistige Anregung kamen von Erik Satie und dem Dichter Jean Cocteau, dessen Schrift Le Coq et l’Arlequin (1918) das Programm einer einfachen, bodenständigen Kunst formulierte. Die Musik der Sechs greift Elemente von Jazz, Varieté, Zirkus und Volkslied auf. Sie war nie eine feste, einheitliche Schule; die Mitglieder gingen bald eigene Wege.
Abzugrenzen ist die Groupe des Six vom Impressionismus, gegen den sie sich wandte, und von der Neuen Wiener Schule, die eine ganz andere, atonale Richtung verfolgte. Auch der Neoklassizismus, der ähnliche Ziele der Klarheit verfolgt, ist eine breitere Strömung, die die Gruppe nur teilweise umfasst.
Spielpraxis
Höre Werke der Sechs mit Blick auf Leichtigkeit und Witz: klare Linien, einfache Harmonik, überraschende Wendungen. Spiele sie mit präziser Artikulation und ohne romantisches Schwelgen, denn der trockene, ironische Ton gehört zur Musik.