Gusla
Einsaitiges Streichinstrument des Balkans (Gusle), Begleitung epischer Gesänge.
Was es bedeutet
Die Gusla, auch Gusle geschrieben, ist ein einsaitiges Streichinstrument des Balkans. Ihr Korpus ist aus Holz gefertigt und mit Tierhaut bespannt, die Saite besteht aus Pferdehaar, und der Hals ist mit einem geschnitzten Tierkopf verziert. Gespielt wird sie mit einem gebogenen Bogen im Sitzen, wobei der Körper zwischen den Knien gehalten wird.
Musikalische Verwendung
Die Gusla begleitet in Serbien, Montenegro, Bosnien und Kroatien den Vortrag epischer Heldengesänge, die von Kämpfen, Herrschern und Ereignissen der Geschichte erzählen. Die Sänger, Guslaren genannt, tragen die langen Verse rezitativisch vor und setzen die Gusla als monotone, aber eindringliche Begleitung und Zwischenspiele ein. Die Tradition ist als immaterielles Kulturerbe der Region erhalten und bildet einen wichtigen Teil der Volksmusik.
Abzugrenzen ist die Gusla von der mittelalterlichen Fidel und der Violine, die mehrere Saiten haben und mit anderer Technik gespielt werden, sowie von der Gusli, einer russischen Brettzither, die trotz ähnlichem Namen ein Zupfinstrument mit vielen Saiten ist.
Spielpraxis
Wenn du die Gusla spielst, halte den Bogen locker und lass den einzelnen Ton gleichmäßig klingen; die Melodie entsteht durch Fingerdruck auf die Saite ohne Griffbrett. Konzentriere dich auf die Verbindung von Stimme und Instrument, denn der Gesang trägt die Erzählung, die Gusla stützt ihn.