Humoreske
Humorvolles Charakterstück.
Was es bedeutet
Die Humoreske ist ein Charakterstück, meist für Klavier, dessen Titel auf einen humorvollen, launischen Tonfall verweist. Gemeint ist dabei nicht schlichte Komik, sondern Humor im Sinn des 19. Jahrhunderts: ein Wechsel der Stimmungen, ein Nebeneinander von Heiterem und Schwermütigem, ein plötzliches Umschlagen. Der Umfang reicht vom kurzen Stück bis zu mehrteiligen Anlagen, die mehrere Charaktere aneinanderreihen.
Musikalische Verwendung
Als Gattung gehört die Humoreske zur Klaviermusik der Romantik und steht neben Bagatelle, Arabeske, Intermezzo und Phantasiestück. Ihre musikalischen Mittel sind unvermittelte Wechsel von Tempo, Tonart und Charakter, überraschende Pausen, Verschiebungen der Betonung und ironische Rückgriffe auf einfache Modelle wie Tanz oder Choral. Die Form ist frei, häufig reihend. Damit ist die Gattung ein Beispiel dafür, wie im 19. Jahrhundert Titel den Charakter und nicht den Bauplan bezeichnen — die Ordnung des Stückes ergibt sich aus dem Ausdruck, nicht aus einem Schema.
Spielpraxis
Nimm die Wechsel ernst und gestalte sie scharf; wer alles verbindet, nimmt dem Stück seinen Witz. Halte Pausen aus, denn sie tragen einen großen Teil der Wirkung. Achte auf genaue Artikulation und auf leichte, nicht schwere Tongebung. Plane den Zusammenhang über die Abschnitte hinweg, damit das Reihende nicht zum Zerfallen wird — kleine Tempobeziehungen helfen. Übe die Übergänge gesondert, weil die Wirkung genau dort entsteht, und verwende das Pedal sparsam.
die Wechsel nicht willkürlich gesetzt sind: Meist bereitet ein kleines Motiv den Umschlag vor, und wer diese Stelle findet, kann sie gestalten statt zu überraschen. Markiere die Bruchstellen im Notentext. Übe schnelle Stimmungswechsel getrennt, indem du die Übergänge einzeln spielst. Nutze das Pedal sparsam, damit Staccati und kurze Figuren deutlich bleiben. Bei reihenden Anlagen helfen kleine Tempobeziehungen zwischen den Abschnitten, damit das Stück nicht zerfällt. Verwende das Pedal sparsam. Prüfe, ob der Titel vom Komponisten stammt, weil Verleger solche Bezeichnungen gelegentlich nachträglich hinzugefügt haben.