Arabeske
Arabeske (französisch arabesque) bezeichnet ursprünglich ein stilisiertes Rankenornament. In der Musik meint das Wort die Verzierung einer Melodie, die reiche Figuration, und auch ein heiteres Musikstück, besonders für Klavier. Im Notenarchiv liegt „L’Arabesque“ von Friedrich Burgmüller.
- Bedeutung in der Musik
- Verzierung einer Melodie, reiche Figuration; auch ein heiteres Musikstück, besonders für Klavier
- Wortherkunft
- französisch arabesque, aus italienisch arabesco, zu arabo „arabisch“; zuerst ein Ornament der bildenden Kunst
- Beispiel im Archiv
- „L’Arabesque“, op. 100 Nr. 2, für Klavier
- Taktart des Beispiels
- 2/4
Melodie umspielen
Das Wort Arabeske kommt aus der bildenden Kunst: Es bezeichnet dort ein stilisiertes Rankenornament. In der Musik hat es zwei Bedeutungen: die Verzierung einer Melodie in Form reicher Figuration und ein heiteres Musikstück, besonders für Klavier. Der Name stammt aus der bildenden Kunst; gemeint ist ein stark verzierter Stil.
Gemeint ist also ein Stil des Schreibens, kein einzelnes Zeichen: Eine einfache Linie wird mit schnellen Noten umspielt. Die beiden Zeilen unten zeigen das an einem eigenen Beispiel.
Gerüst: eine Linie aus drei Tönen
Eigenes Beispiel. Jeder Takt steht auf einem Ton: e, d, c.
Dieselbe Linie, umspielt wie in einer Arabeske
In jedem der ersten beiden Takte umspielen vier gebundene Sechzehntel den Ton des Gerüsts; er kehrt als kurzes Achtel mit Staccatopunkt wieder, danach folgt eine Achtelpause. Der Bau entspricht den Figuren in Burgmüllers Stück, die Töne sind eigen.
Das Gerüst besteht aus drei langen Tönen. In der zweiten Zeile sind die ersten beiden von ihnen in eine Figur eingebettet, der dritte bleibt ein langer Ton; die Melodie ist dieselbe, ihr Bild ist beweglicher.
„L’Arabesque“ im Notenarchiv
Im Archiv liegt „L’Arabesque“ von Friedrich Burgmüller, Nr. 2 aus den 25 leichten Etüden, op. 100. Auf dem Blatt steht „Arabeske“ nur als Untertitel; als Sammlung nennt es „25 leichte Etüden“. Die Tabelle fasst zusammen, was in den ersten Takten und im weiteren Verlauf zu sehen ist.
| Stelle im Blatt | Takte | Was im Notenbild steht |
|---|---|---|
| Einleitung | 1–2 | Die rechte Hand pausiert, die linke Hand spielt Akkorde mit Staccato-Punkten, p. |
| Erste Figur | 3–6 | Vier gebundene Sechzehntel und ein Achtel in jedem Takt, „p“ und dazu die Angabe „leggieremente“ (so gedruckt), ab T. 5 cresc. |
| Erster Abschnitt | 3–11 | Wiederholungszeichen mit 1. Klammer (T. 10) und 2. Klammer (T. 11). |
| Zweiter Abschnitt | ab 12 | f, in der rechten Hand lange Töne; die Sechzehntelfigur steht jetzt in der linken Hand. |
Arabeske im Archiv
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L’Arabesque Friedrich Burgmüller (1806–1874), op. 100 Nr. 2, aus „25 leichte Etüden“ · Klavier · 1 Seite
Der Untertitel lautet „Arabeske · aus: 25 leichte Etüden“, die Tempoangabe „Allegro scherzando“, die Taktart 2/4; die Vorzeichnung ist leer. Nach zwei Einleitungstakten der linken Hand beginnt in Takt 3 die Figur in der rechten Hand. Die Takte 3 bis 6 tragen alle dasselbe Bauprinzip: vier gebundene Sechzehntel, ein Achtel, eine Achtelpause.
Abgrenzung
Eine Arabeske ist kein eigener Rhythmus und keine Taktart. Verzierungen im engeren Sinn sind einzelne Zeichen wie Triller oder Vorschlag; bei der Arabeske trägt die ganze Figur die Verzierung.
Häufige Fehler
- Die vier Sechzehntel einzeln betonen: Sie stehen unter einem Bogen und laufen als eine Bewegung.
- Das Achtel nach dem Bogen zu lang halten: Der Punkt darüber verlangt es kurz.
- Jedes Stück mit Namen „Arabeske“ für gleich halten: Das Wort beschreibt eine reich verzierte Machart oder ein heiteres Klavierstück; Form und Taktart sind von Stück zu Stück verschieden.
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Verwandte Begriffe
FigurationFigurKoloraturKolorierenStaccatoLegatoZweivierteltaktEtüde
Redaktion: Maik Krohm · fachlich geprüft am 03.10.2026
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