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Verzierung

Koloratur

Koloratur ist die deutsche Form des italienischen Begriffs coloratura und bezeichnet eine schnelle, verzierende Tonfolge im Gesang. Mehrere Töne werden auf einer einzigen Textsilbe gesungen, oft als Lauf, Sprungfolge oder Trillerkette. Das Wort geht auf das Färben zurück: Die Melodie wird gleichsam koloriert.

Merkmal
viele schnelle Töne auf einer Silbe
Formen
Lauf, Sprungfolge, Trillerkette
Stimmfach
Koloratursopran
Verwandt
Melisma, Fioritura, Roulade

Viele Töne, eine Silbe

Beim Singen trägt normalerweise jede Silbe eine Note. In der Koloratur ist das anders: Eine Silbe wird auf mehreren, oft vielen schnellen Tönen gesungen. Dabei kann es sich um Läufe handeln, um Sprungfolgen oder um Trillerketten. Aus der Grundbedeutung „färben“ hat sich der heutige Sinn entwickelt, der die technische Beweglichkeit der Stimme in den Vordergrund stellt.

Ein Lauf: eigenes kurzes Beispiel

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Sechzehn Töne in einer auf- und absteigenden Linie, danach eine lange Note. In einem Gesangsstück würden alle sechzehn Töne auf einer Silbe gesungen, bevor das Wort weitergeht.

Eine Sprungfolge: weite Intervalle in raschem Tempo

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Statt stufenweiser Bewegung springt die Stimme zwischen den Tönen des Dreiklangs. Das verlangt Beweglichkeit der Stimme und genaue Intonation.

Im Glossar: Kolorieren · Fioritura · Triller

Abgrenzung

  • Melisma: Das Wort meint allgemein mehrere Töne auf einer Silbe. Die Koloratur ist eine bewegliche, virtuose Ausprägung davon.
  • Instrumentaler Lauf: Ähnliche Figuren gibt es auch bei Instrumenten, aber dort bestimmen Atem und Vokal nicht die Ausführung.
  • Kolorieren: Das Verb meint das Ausschmücken einer vorhandenen Melodie, die Koloratur ist die fertige Tonfolge.

Als Stimmfachbezeichnung meint Koloratursopran eine Stimme, die auf solche Partien ausgerichtet ist. Eine berühmte Koloraturarie ist die Arie der Königin der Nacht aus Mozarts „Zauberflöte“, deren Spitzenton das f‴ ist.

Zum Üben: Singe den Lauf aus dem ersten Beispiel erst ganz langsam auf „a“, dann schneller. Achte darauf, dass jeder Ton klar und gleich laut bleibt und der Atem gleichmäßig fließt. Probiere die Sprungfolge erst, wenn der Lauf sicher sitzt.