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Verzierung

Kettentriller

Als Kettentriller bezeichnet man eine Folge von Trillern, die unmittelbar aneinander anschließen: Eine Melodielinie schreitet von Ton zu Ton weiter, und jeder dieser Töne wird getrillert. Zwischen den einzelnen Trillern entsteht keine Unterbrechung.

Aufbau
Triller auf Triller, stufenweise absteigend oder aufsteigend
Zeichen
Trillerzeichen über jeder Note, oft mit gemeinsamer Wellenlinie
Nachschlag
meist nur beim letzten Triller
Gegenstück
einzelner Triller, Doppelschlag

Eine Linie aus Trillern

Ein einzelner Triller verziert einen Ton: Er wechselt rasch mit seiner oberen Nebennote. Der Kettentriller verziert eine ganze Linie. Die Melodie läuft Ton für Ton weiter, und jeder Ton wird getrillert. Dadurch entsteht ein durchlaufendes, flirrendes Klangband, über das die Melodie schreitet. Von Triller zu Triller entfällt der Nachschlag, damit der Zusammenhang gewahrt bleibt.

Schreibweise: vier Viertelnoten (ohne Trillerzeichen dargestellt)

4 4

Geschrieben würde über jeder der vier Noten das Trillerzeichen stehen, häufig verbunden durch eine gemeinsame Wellenlinie. Die Zeile zeigt nur die vier Töne, ohne diese Zeichen.

Ausführung: jeder Triller wechselt mit der oberen Nebennote

4 4

Die vier Triller, ausgeschrieben: e–f, d–e, c–d, h–c, jeweils vier Sechzehntel. Die Triller schließen nahtlos aneinander. Beim letzten Triller würde man in der Praxis oft einen Nachschlag ergänzen, der in den folgenden Ton überleitet. Hier beginnt jeder Triller mit der Hauptnote; in der Musik des Barock beginnt der Triller meist mit der oberen Nebennote, in der Klassik ist die Praxis uneinheitlich, und später setzte sich der Beginn mit der Hauptnote durch.

Im Glossar: Triller · Doppeltriller · Doppelschlag

Abgrenzung

Vom einfachen Triller unterscheidet sich die Figur dadurch, dass nicht ein einzelner Ton, sondern eine ganze Linie verziert wird. Vom Doppelschlag unterscheidet sie sich wie jeder Triller: Dort umspielt eine abgeschlossene Figur den Hauptton, hier wechselt der Ton fortgesetzt mit seiner oberen Nebennote. Der Doppeltriller wiederum meint zwei gleichzeitig getrillerte Töne, nicht eine Reihe nacheinander.

Zur Ausführung

Die Länge eines Trillers hängt davon ab, wie viel Zeit die Note im Notenbild hat. Bei einer Kette mit Viertelnoten wie oben passen vier Sechzehntel auf jeden Ton, sodass jeder Triller zwei volle Wechsel hat. Ein langsames Tempo erlaubt mehr, ein schnelles weniger. Wichtig ist, dass der Rhythmus gleichmäßig bleibt und kein Triller den Takt verzögert.

Zum Üben: Spiele die ausgeschriebene Fassung zuerst langsam, dann zügig. Achte darauf, dass jeder Ton auf der Zählzeit beginnt und sich die vier Gruppen gleich anhören. Versuche danach, die Kette aufwärts zu spielen: h–c, c–d, d–e, e–f.