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Verzierung

Figuration

Figuration bezeichnet die Auflösung von Akkorden in kleinere, gleichmäßig bewegte Tonfolgen. Aus einem liegenden Akkord wird eine laufende Figur. Die Harmonie bleibt dieselbe, verändert wird nur ihre klangliche Gestalt.

Prinzip
Akkord wird in Einzeltöne aufgelöst
Notation
vollständig ausgeschrieben, meist Achtel oder Sechzehntel
Typische Muster
Alberti-Bass, gebrochener Akkord
Anders als
Verzierung (einzelner Ton, mit Zeichen)

Vom Akkord zur Bewegung

Ein Akkord klingt, wenn alle seine Töne zugleich erklingen. Man kann ihn aber auch in seine Töne zerlegen und nacheinander spielen. Das ist die Figuration: Sie ersetzt einen stehenden Klang durch eine Tonfolge, die denselben Akkord ausfüllt, so dass die Musik in Bewegung bleibt.

Ausgangspunkt: Blockakkord C-Dur im Bassschlüssel

Alle Töne erklingen gleichzeitig.

Figuration 1: Alberti-Bass

4 4

Dieselben Töne in der Reihenfolge tief – hoch – mittel – hoch. Dieses Muster heißt Alberti-Bass und ist in der Klaviermusik der Klassik weit verbreitet.

Figuration 2: gebrochener Akkord aufwärts und abwärts

4 4

Der Akkord wird nacheinander aufwärts und wieder abwärts gespielt.

Im Glossar: Akkordbrechung · Arpeggio · Dreiklang · Alberti-Bass

Woran man sie erkennt

Figurationen sind vollständig ausnotiert, meist in gleichmäßigen Achteln oder Sechzehnteln. Erkennbar sind sie am regelmäßigen Bewegungsmuster, das sich über viele Takte hält, und daran, dass die Töne einer Figur überwiegend demselben Akkord angehören. In Klaviernoten liegt die Figuration häufig in der linken Hand, während die rechte die Melodie führt.

Von der Verzierung unterscheiden

Eine Verzierung wie Triller oder Doppelschlag betrifft einen einzelnen Ton und ist als Zeichen notiert. Eine Figuration prägt einen ganzen Abschnitt und ist ausgeschrieben. Von der Diminution unterscheidet sie sich dadurch, dass diese eine bestehende Melodie in kleinere Werte auflöst, während die Figuration häufig die Begleitung betrifft.

Zum Üben: Nimm einen einfachen Akkord, etwa C-Dur, und spiele ihn auf dem Klavier erst als Blockakkord und dann in beiden Figurationen. Wechsle danach zu G-Dur und F-Dur mit demselben Muster, und du hast eine Begleitung für viele Lieder.