Alberti-Bass
Begleitfigur aus zerlegten Dreiklängen im Klavier.
Was es bedeutet
Der Alberti-Bass ist eine Begleitfigur für die linke Hand am Tasteninstrument, bei der ein Dreiklang in gleichmäßigen Notenwerten zerlegt wird, und zwar in der Folge tiefster, höchster, mittlerer, höchster Ton. Bei einem C-Dur-Dreiklang ergibt das c–g–e–g. Die Figur wiederholt sich, solange die Harmonie bleibt, und wechselt mit ihr.
Im Notenbild
Die Figur erscheint im unteren System als gleichmäßige Folge von Achteln oder Sechzehnteln, meist in enger Lage und in mittlerem Register. Durch die Wiederholung desselben Musters ist sie auf einen Blick erkennbar. Der Name wird mit einem Komponisten des 18. Jahrhunderts in Verbindung gebracht, bei dem die Figur besonders häufig vorkommt; erfunden hat er sie nicht, und sie ist auch vor ihm belegt.
Musikalische Verwendung
Ihre Blütezeit hatte die Figur in der Klaviermusik der Frühklassik und Klassik. Sie erfüllt zwei Aufgaben zugleich: Sie hält die Harmonie in Bewegung, die auf den Tasteninstrumenten der Zeit sonst rasch verklungen wäre, und sie schafft einen gleichmäßigen rhythmischen Grund, über dem die Melodie der rechten Hand frei singen kann. Da der tiefste Ton am Beginn jeder Gruppe steht, bleibt zudem der Bass hörbar.
Abzugrenzen ist der Alberti-Bass von anderen Begleitfiguren: vom einfachen gebrochenen Akkord in auf- oder absteigender Folge, von der Trommelbass genannten Wiederholung eines einzelnen Tones und von Oktavbegleitungen. Er ist eine bestimmte Form der Akkordbrechung, nicht ihr Oberbegriff.
Benannt ist die Figur nach Domenico Alberti, einem italienischen Komponisten des frühen 18. Ihren Höhepunkt erlebte sie in der Klaviermusik der Wiener Klassik, wo sie der Melodie der rechten Hand eine gleichmäßig fließende harmonische Grundlage gibt. Da die Figur den Akkord ständig in Bewegung hält, ersetzt sie auf dem Hammerklavier und dem Cembalo den lange klingenden Akkord. ## Spielpraxis
Spiele den Alberti-Bass leise und gleichmäßig — er ist Grund, nicht Figur. Gib dem ersten Ton jeder Gruppe einen Hauch mehr Gewicht, damit die Basslinie trägt, und halte die wiederkehrenden oberen Töne besonders leicht. Übe die Hand aus dem Handgelenk statt aus den Fingern, damit die Bewegung locker bleibt. Und achte am modernen Flügel auf sparsames Pedal, sonst verschwimmt die Figur.