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Akkord

Akkordbrechung

Sukzessives Spielen der Akkordtöne nacheinander.

Was es bedeutet

Bei der Akkordbrechung erklingen die Töne eines Akkords nicht gleichzeitig, sondern nacheinander. Der Akkord bleibt dabei hörbar derselbe: Das Ohr fasst die aufeinanderfolgenden Töne zu einem Klang zusammen, vor allem wenn sie rasch folgen und in einem gemeinsamen Pedal oder Nachhall stehen. Die Begriffe gebrochener Akkord und zerlegter Akkord bezeichnen dieselbe Sache.

Im Notenbild

Brechungen sind entweder ausgeschrieben — als Folge einzelner Noten, oft in gleichmäßigen Werten — oder durch ein Zeichen angedeutet: Eine senkrechte Wellenlinie vor einem notierten Akkord verlangt, ihn von unten nach oben rasch nacheinander anzuschlagen. Diese Spielweise heißt Arpeggio. Ausgeschriebene Brechungsfiguren folgen häufig festen Mustern, die sich über längere Passagen wiederholen.

Musikalische Verwendung

Brechungen erfüllen mehrere Aufgaben zugleich. Sie halten einen Akkord in Bewegung, wo ein ausgehaltener Klang starr wirken würde; sie füllen den Raum auf Instrumenten, deren Ton rasch verklingt, etwa Cembalo, Laute und Gitarre; und sie erzeugen Rhythmus aus Harmonie. Der Alberti-Bass der Klassik, bei dem die linke Hand einen Dreiklang in der Folge tief-hoch-mitte-hoch umspielt, ist die bekannteste Brechungsfigur der Klavierliteratur.

Melodisch entstehen aus Brechungen Themen, die ganz auf Dreiklangstönen beruhen — sie sind disjunkt, prägnant und leicht erkennbar. Die Grenze zwischen Melodie und gebrochener Harmonie ist dabei fließend.

Abzugrenzen ist die Brechung vom Blockakkord, dessen Töne gleichzeitig erklingen. Beide Schreibweisen können denselben harmonischen Verlauf darstellen, erzeugen aber ganz verschiedene Bewegung.

Weitere Bezeichnungen

Gleichbedeutend sind die Ausdrücke gebrochener Akkord und zerlegter Akkord; zerlegt steht auch als Spielanweisung. Abzugrenzen ist das Arpeggio, bei dem die Töne zwar ebenfalls gestaffelt, aber meist rasch und im Rahmen eines gehaltenen Akkords angeschlagen werden, sowie der Alberti-Bass als eine bestimmte feste Brechungsfigur.

Spielpraxis

Spiele Brechungsfiguren gleichmäßig und leicht, besonders in Begleitstimmen — sie sollen tragen, nicht drängen. Höre auf die Harmonie, nicht auf die Einzeltöne: Der Akkord soll klingen, nicht die Figur. Gib dem Basston etwas mehr Gewicht als den übrigen, damit das Fundament hörbar bleibt. Und prüfe am Klavier den Pedalgebrauch — er entscheidet darüber, ob die Brechung zum Klang verschmilzt oder als Linie erscheint.