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Verzierung

Arpeggio

Gebrochener Akkord, harfenartig von unten nach oben.

Was es bedeutet

Beim Arpeggio werden die Töne eines Akkords nicht gleichzeitig, sondern rasch nacheinander angeschlagen, in der Regel von unten nach oben. Der Name kommt von arpa, „Harfe", und verweist auf die für dieses Instrument selbstverständliche Spielweise. Die angeschlagenen Töne bleiben liegen, sodass am Ende der ganze Akkord klingt.

Zu unterscheiden ist das Arpeggio als Verzierung von der Akkordbrechung als Satztechnik. Als Verzierung ist es eine Art, einen notierten Akkord auszuführen; als Satztechnik sind die gebrochenen Töne ausgeschrieben und bilden eine eigene Begleitfigur — dann spricht man eher von Figuration.

Die Geschwindigkeit ist nicht festgelegt. Sie reicht vom kaum wahrnehmbaren Auseinanderziehen bis zum deutlich ausgespielten Aufwärtsgang.

Im Notenbild

Angezeigt wird das Arpeggio durch eine senkrechte Wellenlinie vor dem Akkord. Ein Pfeil an ihrem Ende gibt die Richtung an, wenn von oben nach unten gebrochen werden soll; ohne Pfeil gilt die Aufwärtsrichtung. Bei Klaviernoten kann die Linie über beide Systeme reichen, was ein Brechen über beide Hände hinweg verlangt; getrennte Linien bedeuten, dass jede Hand für sich bricht.

Musikalische Verwendung

Gebrochene Akkorde erzeugen Fülle und Weichheit. Bei Zupfinstrumenten und der Harfe sind sie die natürliche Spielweise, bei Tasteninstrumenten dienen sie dazu, Akkorde weniger hart wirken zu lassen und weit gespannte Griffe überhaupt ausführbar zu machen. In der Aufführungspraxis des Barock und der Wiener Klassik wurden auch nicht bezeichnete Akkorde häufig gebrochen; in der Romantik gehört das Arpeggio zum Klangbild des Klaviers.

Spielpraxis

Achte darauf, dass der oberste Ton — meist der Melodieton — genau auf der Zählzeit liegt, sofern der Zusammenhang nichts anderes nahelegt; der Akkord beginnt dann etwas früher. Halte die Brechung gleichmäßig und lass alle Töne liegen. Passe die Geschwindigkeit dem Charakter an: In ruhigen Sätzen darf das Arpeggio Zeit haben, in energischen bleibt es knapp. Und prüfe bei Klaviernoten, ob die Wellenlinie durchgeht oder getrennt ist.