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Artikulation

Glissando

Glissando (abgekürzt gliss.) bezeichnet das gleitende Verbinden zweier Töne oder ein schnelles Gleiten auf- oder abwärts. Notiert wird es durch eine gerade oder gewellte Linie von der Anfangs- zur Zielnote, oft mit „gliss.“.

Zeichen
Linie von Note zu Note, gerade oder gewellt
Abkürzung
gliss.
Herkunft
französisch glisser, gleiten
Verwandt
Portamento

Gleitend verbinden

Glissando kommt vom französischen „glisser“, „gleiten“. Es bezeichnet das Verbinden zweier Töne durch Gleiten: von der Anfangsnote zur Zielnote, auf- oder abwärts, über beliebig viele Zwischentöne. Notiert wird es durch eine Linie, die von der ersten zur zweiten Note führt, gerade oder gewellt, oft mit der Beischrift „gliss.“.

Glissando aufwärts und abwärts (Violinschlüssel)

4 4

Die Linie führt vom c zum c eine Oktave höher und zurück. Im Hörbeispiel gleitet der Ton in Halbtonschritten; auf Instrumenten ohne feste Tonhöhen wäre das Gleiten stufenlos.

Kurzes Glissando im Bassschlüssel

4 4

Das Glissando muss nicht über eine Oktave gehen: Hier verbindet es c und g, eine Quinte, in beiden Richtungen.

Stufig oder stufenlos

Wie ein Glissando klingt, hängt vom Instrument ab. Mit der Stimme, auf der Violine und der Zugposaune ist es stufenlos: Die Tonhöhe verändert sich kontinuierlich. Auf dem Klavier, der Harfe und dem Xylophon sind die Zwischentöne einzeln hörbar, man gleitet über Tasten oder Saiten. Auf der Gitarre geschieht es durch Gleiten des Fingers auf der Saite; auch Bundinstrumente bilden damit eine Folge naher Einzeltöne. Das Notenbeispiel auf dieser Seite spielt die Halbtonstufen.

Glissando und Portamento

Beide Wörter beschreiben ein Gleiten, werden aber nicht einheitlich unterschieden. In manchen Zusammenhängen sind sie gleichbedeutend. Nach einer verbreiteten Unterscheidung ist Portamento ein weicheres Hinübergleiten zwischen zwei Tönen, besonders im Gesang und bei Streichern, ohne dass die Zwischentöne einzeln betont werden. Das Glissando umfasst dagegen oft auch die Folge der Zwischentöne, die man hören soll.

Zum Üben: Spiele auf dem Klavier ein Glissando über die weißen Tasten aufwärts, mit der Nagelseite eines Fingers. Lass den Arm ruhig mitgleiten und ziele auf den letzten Ton. Vergleiche mit einem Glissando auf einer Violinsaite, bei dem der Finger gleitet: Dort ist der Übergang stufenlos.

Häufige Fehler

  • Das Ziel verfehlen: Das Glissando endet auf der Zielnote, nicht irgendwo.
  • Zu langsam gleiten: Es soll als eine einzige Bewegung klingen.
  • Glissando und Portamento nicht unterscheiden: Das Notenbild mit „gliss.“ meint die durchgehende Linie.