Slide
Slide (englisch „gleiten“) bezeichnet bei der Gitarre das Gleiten von Ton zu Ton: Der Finger oder ein Röhrchen, der Bottleneck, rutscht auf der Saite entlang. Das Wort ist auch der englische Name des Schleifers, einer Verzierung. Hier geht es um die Spieltechnik.
- Bedeutung
- Gleiten von Ton zu Ton auf der Saite
- Mittel
- Finger oder Röhrchen (Bottleneck, Slide)
- Typische Stimmung
- offene Stimmungen, z. B. Open G
- Nicht verwechseln
- mit dem Schleifer
Gleiten statt greifen
Die meisten Töne auf der Gitarre entstehen, indem man die Saite an einem Bund niederdrückt und anschlägt. Beim Slide bewegt man den Finger oder ein Röhrchen auf der angeschlagenen Saite weiter, ohne ihn abzuheben. Die Tonhöhe ändert sich dabei gleitend, bis sie das Ziel erreicht. So entsteht ein singendes, fließendes Hinüberziehen von Ton zu Ton, wie bei Stimme und Streichern. Notiert wird es als Linie zwischen den Noten, wie beim Glissando.
Slide mit dem Finger von Bund zu Bund
Eine Linie führt jeweils vom ersten zum zweiten Ton. Auf der Gitarre gleitet der Finger auf der Saite von einem Bund zum anderen. Das Hörbeispiel spielt die Zwischentöne in Halbtonschritten. Auf der Saite sind beim Gleiten des Fingers über die Bünde diese Stufen hörbar, nur verwischt.
Slide mit Röhrchen in Open G
In der Stimmung Open G (D G D G H D) erklingt der leere Zusammenklang als G-Dur-Akkord. Mit dem Röhrchen gleitet man im ersten Takt vom g auf die Quinte d und im zweiten vom h abwärts auf das g.
Finger oder Röhrchen
Es gibt zwei Spielweisen. Beim Fingerslide gleitet der Finger der Greifhand von einem Bund zum nächsten, meist zum Verbinden zweier Töne einer Melodie. Beim Slidespiel mit Röhrchen trägt man ein Röhrchen aus Glas oder Metall über einem Finger, den „Bottleneck“, und gleitet damit über die Saiten, ohne sie auf das Griffbrett zu drücken. Dafür stimmt man die Gitarre oft in einer offenen Stimmung. Eine klassische Slide-Stimmung ist Open G: Die sechs leeren Saiten ergeben bereits einen G-Dur-Akkord, sodass man mit dem Röhrchen quer über alle Saiten einen ganzen Akkord greifen kann.
Slide, Glissando und Schleifer
Der Slide ist ein Glissando auf einer Saite. Gleitet der Finger über die Bünde, wechselt der Ton in Halbtonschritten, nur verwischt: Die Bundstufen bleiben hörbar. Stufenlos gleitet die Tonhöhe nur mit dem Röhrchen oder auf Instrumenten ohne Bünde. Im Englischen heißt auch der Schleifer „slide“, eine Verzierung aus zwei oder drei kleinen Noten. Das ist etwas anderes: Der Schleifer ist eine kurze, notierte Tonfolge, der Gitarren-Slide ein Gleiten der Hand.
Häufige Fehler
- Zu stark aufdrücken: Dann stockt das Gleiten und die Saite schnarrt.
- Das Ziel verfehlen: Der Slide endet genau auf dem Zielbund oder über dem Bunddraht.
- Slide und Schleifer verwechseln: Das eine ist eine Technik der Hand, das andere eine Verzierung in Noten.
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Verwandte Begriffe
GlissandoSchleiferPortamentoGitarreBordunArpeggio
Redaktion: Maik Krohm · fachlich geprüft am 03.10.2026
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