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Verzierung

Schleifer

Der Schleifer ist eine Verzierung aus zwei oder drei kleinen Noten vor der Hauptnote, schnell gespielt und an sie angeschleift. Im Englischen heißt er „slide“, im Französischen „coulé“.

Aufbau
zwei oder drei kleine Noten vor der Hauptnote
Ausführung
schnell, an die Hauptnote angeschleift
Fremdnamen
slide (englisch), coulé (französisch)
Verwandt
Vorschlag

Angeschliffen

Der Schleifer besteht aus zwei oder drei kleinen Noten, die schnell vor der Hauptnote gespielt werden und sie gleichsam anschleifen. C. P. E. Bach beschreibt ihn in seinem „Versuch über die wahre Art das Clavier zu spielen“ (1753): Der zweitönige Schleifer steht vor einem Sprung, füllt das Intervall aus und wird stets geschwind gespielt. Der dreitönige hat die Gestalt eines Doppelschlags in Gegenbewegung und muss nicht unbedingt schnell sein; Bach nennt ihn auch eine „traurige Manier“ bei langsamen Noten.

Zweitöniger Schleifer füllt einen Sprung

4 4

Zwischen c und g steht ein Quintsprung. Die zwei kleinen Noten e und f führen stufenweise an das g heran.

Dreitöniger Schleifer im Bassschlüssel

4 4

Drei kleine Noten führen stufenweise zum d, hier als aufsteigende Tonleiter im Kleinen. C. P. E. Bach beschreibt den dreitönigen Schleifer genauer als Doppelschlag in Gegenbewegung.

Schleifer und Vorschlag

Wie der Vorschlag steht der Schleifer vor der Hauptnote. Der Unterschied liegt in der Zahl und im Charakter: Der Vorschlag ist eine einzelne Note, der Schleifer eine kleine Gruppe, die eine Linie zur Hauptnote zieht. Je nach Quelle besteht der Schleifer aus zwei oder drei, nach anderen aus drei oder mehr Noten. Auch Richtung und Schrittweite werden unterschiedlich beschrieben. Häufig führt er stufenweise zur Hauptnote hin.

Slide und Schleifer

Im Englischen heißt der Schleifer „slide“. Dasselbe Wort bezeichnet auf der Gitarre ein anderes Phänomen, das Gleiten von Ton zu Ton (siehe „Slide“). Die beiden dürfen nicht verwechselt werden: Der Schleifer ist eine notierte Verzierung aus kleinen Noten, das Gitarren-Slide ein Gleiten der Hand auf dem Griffbrett. Auch Leopold Mozart gebraucht „Schleifer“ in seiner Violinschule für mehrere durch einen Bogen verbundene Noten, also in einem anderen Sinn.

Zum Üben: Spiele einen Sprung zuerst glatt und dann mit Schleifer. Die kleinen Noten füllen die Lücke, ohne den Rhythmus zu verschieben: Die Hauptnote behält ihren Platz im Rhythmus, die kleinen Noten nehmen ihre Zeit von ihr. Übe die beiden kleinen Noten langsam, dann schnell, bis sie als eine einzige Bewegung klingen.

Häufige Fehler

  • Den Rhythmus verschieben: Der Schleifer ist ein Vorspiel, kein Rhythmuswechsel.
  • Alle Noten gleich betonen: Die Hauptnote trägt das Gewicht.
  • Schleifer und Slide verwechseln: Das eine ist eine Verzierung in Noten, das andere eine Spieltechnik.