Doppelvorschlag
Verzierung aus zwei kleinen Vorschlagsnoten ober- und unterhalb der Hauptnote.
Was es bedeutet
Der Doppelvorschlag ist eine Verzierung aus zwei kleinen, unbetonten Vorschlagsnoten, die eine Hauptnote umspielen: eine liegt eine Stufe über, die andere eine Stufe unter dem Hauptton. Beide werden rasch nacheinander vor dem eigentlichen Hauptton gespielt und führen so kurz an ihn heran.
Im Notenbild
Notiert wird der Doppelvorschlag als zwei kleine, oft durch einen Bogen verbundene Vorschlagsnoten mit einem Querstrich durch den Notenhals, die der Hauptnote unmittelbar vorangestellt sind. Die Reihenfolge von oberer und unterer Nebennote ist dabei genau festgelegt und ergibt sich aus der jeweiligen Notation.
Musikalische Verwendung
Der Doppelvorschlag gehört zum reichen Verzierungsvokabular der Barock- und Klassikzeit und findet sich besonders in Cembalo- und frühklassischer Klaviermusik als kleine, elegante Umspielung eines Melodietons. Er verleiht der Hauptnote zusätzlichen Schwung und Ausdruck, ohne den Grundrhythmus des Stücks zu verändern.
Abzugrenzen ist der Doppelvorschlag vom einfachen Vorschlag, der nur eine Nebennote verwendet, sowie vom Mordent, der ebenfalls zwei Nebentöne einbezieht, diese aber rhythmisch anders, nämlich als raschen Wechsel zwischen Haupt- und einer einzigen Nebennote, ausführt.
Spielpraxis
Spiele die beiden Vorschlagsnoten leicht und rasch, deutlich unbetont im Vergleich zur folgenden Hauptnote, auf die das eigentliche Gewicht fällt. Übe den Doppelvorschlag zunächst in sehr langsamem Tempo, um die genaue Tonfolge und den richtigen Zeitpunkt vor dem Hauptton zu verinnerlichen, bevor du das Tempo steigerst.