Harmoniefremd
Harmoniefremd nennt man einen Ton, der nicht zum gerade erklingenden Akkord gehört. Er wirkt wie eine kleine Dissonanz und geht meist nach kurzer Zeit in einen Akkordton weiter. Bekannte Arten sind Durchgangston, Wechselnote, Vorhalt, Vorausnahme und Nachschlag.
- Merkmal
- gehört nicht zum Akkord
- Auflösung
- meist stufenweise in einen Akkordton
- Arten
- Durchgang, Wechselnote, Vorhalt, Vorausnahme, Nachschlag
- Wirkung
- betont schwerer, unbetont leichter
Töne, die nicht zum Akkord gehören
Zu einem Akkord gehören nur seine Töne: Im C-Dur-Akkord sind es c, e und g. Alle anderen Töne, die in der Melodie darüber erklingen, sind harmoniefremd. Sie wirken wie kleine Dissonanzen und gehen meist nach kurzer Zeit in einen Akkordton weiter. Dadurch beleben sie eine Melodie und verbinden die Akkordtöne miteinander.
Durchgangston: füllt den Raum zwischen zwei Akkordtönen
Über C-Dur (c–e–g) geht die Melodie e–d–c. Im markierten Akkord gehört das d nicht zum Akkord, es verbindet e und c stufenweise.
Wechselnote: hin und zurück
Die Melodie geht von e zum Nachbarton f und kehrt zu e zurück. Im markierten Akkord ist das f harmoniefremd.
Vorhalt: der Akkordton verzögert sich
Das f liegt im F-Dur-Akkord (vorbereitet). Beim Wechsel zu C-Dur, auf der Eins des zweiten Takts, bleibt die Melodie auf f liegen. Jetzt ist es im markierten Akkord harmoniefremd und löst sich nach zwei Schlägen abwärts in das e auf. Der Vorhalt steht auf der schweren Zeit, deshalb klingt er gewichtig.
Vorausnahme: der nächste Akkordton kommt zu früh
Über dem G-Dur-Akkord erklingt schon das c der folgenden Tonika. Im markierten Akkord ist das c für G-Dur harmoniefremd, für den nächsten Akkord ein Akkordton.
Im Glossar: Durchgangsnote · Vorhalt · Dreiklang
Die Lage im Takt entscheidet
Die Wirkung hängt von der Position im Takt ab. Auf betonter Zeit klingen harmoniefremde Töne gewichtiger als auf unbetonter. Ein Durchgangston auf der leichten Zeit läuft fast unbemerkt vorbei, ein Vorhalt auf der schweren Zeit erzeugt Spannung, die sich auflöst.
Und der Rest?
Auch ein Ton, der zur Tonart passt, kann harmoniefremd sein, solange er nicht Teil des aktuellen Akkords ist. Das d im Durchgangston gehört zur C-Dur-Tonleiter, nicht aber zum C-Dur-Akkord. Von der Modulation, bei der sich der harmonische Bezugspunkt ändert, unterscheiden sich harmoniefremde Töne dadurch, dass die Harmonie bleibt und nur ein einzelner Ton fremd ist.
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Verwandte Begriffe
DurchgangsnoteVorhaltDreiklangDissonanzModulationKadenzSeptakkord
Redaktion: Maik Krohm · fachlich geprüft am 03.10.2026
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