Harmoniefremd
Ton, der nicht zum erklingenden Akkord gehört, z. B. Durchgangston oder Vorhalt.
Was es bedeutet
Harmoniefremd nennt man einen Ton, der nicht zum gerade erklingenden Akkord gehört. Er fällt aus der Harmonie heraus und wirkt deshalb wie eine kleine Dissonanz, die meist nach kurzer Zeit in einen Akkordton weitergeht. Bekannte Arten sind Durchgangston, Wechselnote, Vorhalt, Vorausnahme und Nachschlag.
Musikalische Verwendung
Harmoniefremde Töne beleben eine Melodie und verbinden die Akkordtöne miteinander. Ein Durchgangston füllt schrittweise den Raum zwischen zwei Akkordtönen, ein Vorhalt verzögert den Eintritt eines Akkordtons und erzeugt so Spannung, die sich auflöst. Ihre Wirkung hängt von der Lage im Takt ab: Auf betonter Zeit klingen sie gewichtiger als auf unbetonter.
Abzugrenzen ist der harmoniefremde Ton vom Akkordton, den Hauptnoten, die zum Akkord gehören, und von der Modulation, bei der sich der harmonische Bezugspunkt ändert. Ein Ton kann auch dann harmoniefremd sein, wenn er im Zusammenhang der Tonart liegt, solange er nicht Teil des aktuellen Akkords ist.
Spielpraxis
Erkenne beim Spielen, welche Töne harmoniefremd sind, und gib ihnen ein leichtes Gewicht mit Zug zur Auflösung: Betone den Vorhalt und lass die Auflösung weicher nachfolgen. Dadurch wird die Spannung der Stelle hörbar.