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Theorie

Figur

Eine Figur ist eine kleine Tongruppe, die als zusammenhängende Einheit wahrgenommen wird. Sie kann rhythmisch oder melodisch sein und kehrt in einem Stück oft wieder.

Begriff
kleine, zusammenhängende Tongruppe
Arten
rhythmische Figur, melodische Figur, Griffmuster
Nicht zu verwechseln mit
Motiv, kleinste bedeutungstragende Einheit einer Melodie
Verwandt
Figuration, Synkope

Eine Einheit, kein einzelner Ton

Ein einzelner Ton ist noch keine Figur. Erst eine Gruppe von Tönen, die man als zusammengehörig hört, wird dazu. Das Wort steht in zwei Bereichen im Vordergrund: beim Rhythmus für wiederkehrende Notenwert-Muster und beim Gitarrenspiel für Griffmuster, die man auf dem Griffbrett verschieben kann.

Eine Figur ist kleiner als eine Melodie und lässt sich einzeln üben. Das macht sie zum natürlichen Baustein beim Lernen: Statt ein ganzes Stück zu bewältigen, übt man zuerst die Figuren, aus denen es besteht.

Rhythmusfiguren mit Silben lernen

Die Seite Rhythmus-Diktat beschreibt eine Methode, die Kinder in Minuten verstehen lässt, wofür Bruchrechnung Wochen braucht: Rhythmus wird am besten über Sprache gelernt. Man unterlegt Figuren mit Wörtern. Der Artikel Warum Kinder Rhythmus über Sprache lernen ergänzt, dass Wörter mit falscher Betonung nicht taugen: „To-ma-te“ hat die Betonung in der Mitte und eignet sich deshalb nicht als gleichmäßige Triole, sondern als synkopierte Figur.

FigurSilben zum SprechenQuelle
zwei AchtelAp-felRhythmus-Diktat
vier SechzehntelMan-da-ri-neRhythmus-Diktat
punktierte Achtel mit SechzehntelBir-ne (leicht ungleich gesprochen)Rhythmus-Diktat
lang – kurzHa-se (Betonung auf der ersten Silbe)Kinder und Rhythmus
Ragtime-Figur: kurz – lang – kurzBa-na-ne (Betonung auf der Mitte)Synkopen
Tresillo: 3 + 3 + 2 Achtel1-2-3, 1-2-3, 1-2 (Betonung auf jeder Eins)Synkopen

Die Figuren aus der Tabelle stammen aus dem Rhythmus-Diktat und aus den beiden Artikeln. Der Artikel Synkopen verstehen und zählen nennt die Ragtime-Figur und das Tresillo der kubanischen Musik, drei Achtel plus drei Achtel plus zwei. Beide Figuren sind synkopiert, die Betonung liegt auf ungewohnten Stellen.

Selbst ausprobieren: Im Rhythmus-Diktat tippst du Rhythmen nach. Die Seite rät, mit dem Fuß die Grundschläge mitzutippen, während die Hand den Rhythmus ausführt. Diese Trennung von Puls und Figur ist laut Seite die eigentliche Fähigkeit, die hier trainiert wird.

Figuren auf dem Griffbrett

Der Artikel Die Verschiebung auf dem Griffbrett beschreibt einen Vorteil der Figur: Jede Figur, die man auf den unteren Saiten gelernt hat, lässt sich unverändert eine Saite höher schieben, bis zur h-Saite. Dort muss alles, was auf h und e liegt, einen Bund nach oben. Das ist laut Artikel genau der Punkt, an dem Lernende sagen, das Muster funktioniere „auf einmal nicht mehr“.

Figuren im Notenbild

In Etüden sind Figuren das Material, aus dem ganze Takte bestehen. Zwei Übungen aus dem Archiv zeigen das:

Klavier

Beim Üben hilft derselbe Gedanke wie beim Rhythmus: Eine Figur zuerst langsam und sauber spielen, bis jede Wiederholung gleich klingt, und erst dann das Tempo steigern.

Häufige Fehler

  • Das Stück nur als Ganzes üben: Wer ein Stück nur durchspielt, merkt die Figuren nicht. Besser die Figur herauslösen und einzeln wiederholen.
  • Figur und Puls vermischen: Die Figur liegt über dem Puls, nicht in ihm. Der Fuß hält den Grundschlag, die Hand spielt das Muster.
  • Die Betonung der Silben ignorieren: Eine Figur braucht ein Wort mit passender Betonung, sonst lernt man einen falschen Rhythmus.