Intermezzo
Zwischenspiel zwischen Akten oder Sätzen.
Was es bedeutet
Intermezzo heißt Zwischenspiel und bezeichnet mehrere Dinge. Historisch sind es kurze, meist komische Szenen, die zwischen den Akten einer ernsten Oper gespielt wurden; aus ihnen entwickelte sich im 18. Jahrhundert die komische Oper als eigene Gattung. In der Instrumentalmusik meint Intermezzo einen Satz zwischen gewichtigeren Sätzen oder ein selbständiges Charakterstück, vor allem für Klavier. In der Oper des 19. Jahrhunderts bezeichnet der Begriff zudem ein Orchesterzwischenspiel bei offener oder geschlossener Bühne.
Musikalische Verwendung
Gemeinsam ist allen Verwendungen die Stellung zwischen anderem: Ein Intermezzo hat keine tragende Funktion im formalen Gerüst, sondern schafft Abstand, Wechsel oder Ruhe. Daraus folgen seine Eigenschaften — überschaubarer Umfang, deutlich abgesetzter Charakter, oft leichterer Ton. Als Klavierstück der Romantik ist das Intermezzo häufig lyrisch und in sich gekehrt, in dreiteiliger Anlage mit kontrastierendem Mittelteil. Das Orchesterzwischenspiel in der Oper überbrückt Zeit und deutet zugleich, was zwischen den Szenen geschieht.
Im 18. Jahrhundert war das Intermezzo ein komisches Zwischenspiel zwischen den Akten einer ernsten Oper, wie Pergolesis La serva padrona, aus dem sich die Opera buffa entwickelte. Im 19. Jahrhundert wurde der Begriff auf kurze Instrumentalstücke übertragen, etwa bei Brahms, dessen späte Klavierintermezzi zu den bedeutendsten Beispielen gehören. In Opern bezeichnet Intermezzo auch ein Orchesterzwischenspiel, wie in Mascagnis Cavalleria rusticana. ## Spielpraxis
Bestimme zuerst, welche Bedeutung vorliegt, weil Charakter und Umfang stark abweichen. Bei Klavierstücken dieses Titels steht die ruhige, gesangliche Gestaltung im Vordergrund; halte das Tempo stabil und arbeite den Mittelteil deutlich anders aus. In Opern ist das Zwischenspiel oft der einzige Moment, in dem das Orchester allein spricht — nutze ihn und drücke ihn nicht zur Überbrückung herunter. Kläre bei szenischen Aufführungen die Abstimmung mit dem Bühnengeschehen.
ein Intermezzo innerhalb eines Zyklus einen Ruhepunkt setzt und deshalb nicht zu gewichtig ausfallen darf: Prüfe das Verhältnis zu den Nachbarsätzen, bevor du Tempo und Lautstärke festlegst. Kläre bei szenischen Zwischenspielen, ob der Vorhang geschlossen bleibt, weil das Tempo und Charakter beeinflusst.