Nachspiel
Postludium, abschließendes Stück.
Was es bedeutet
Ein Nachspiel ist ein abschließendes Instrumentalstück. Im Gottesdienst bezeichnet es die Orgelmusik nach dem Segen, während die Gemeinde die Kirche verlässt. In Lied und Arie meint Nachspiel den Teil der Begleitung, der nach dem letzten gesungenen Ton weiterläuft und das Stück beschließt. Die lateinische Entsprechung lautet Postludium; sie steht als Gegenstück zum Präludium, dem Vorspiel.
Musikalische Verwendung
Im Kunstlied ist das Nachspiel oft mehr als ein Abschluss: Es kommentiert das Gesagte, führt den Gedanken weiter oder lässt ihn offen. Manche Lieder gewinnen ihre eigentliche Deutung erst in diesen letzten Takten, in denen die Singstimme schweigt und das Klavier allein spricht. Im Gottesdienst hat das Nachspiel eine andere, praktische Funktion: Es begleitet den Auszug und ist entsprechend in Länge und Charakter zu wählen; festliche Stücke nach hohen Festen, verhaltene nach Trauerfeiern. Als eigene Gattung ist das Nachspiel nicht festgelegt — jedes geeignete Stück kann diese Stelle einnehmen.
Weitere Bezeichnungen
Postlude ist die englische und französische Bezeichnung (lateinisch postludium). Sie wird besonders für das Orgelnachspiel im Gottesdienst gebraucht.
Spielpraxis
Im Lied gehört das Nachspiel zur Gestaltung des Ganzen: Spiele es nicht als Anhang, sondern halte die Spannung über den letzten Gesangston hinaus und plane den Schluss bewusst. Sänger und Begleitung sollten verabreden, wie lange die Haltung gehalten wird, bevor sich die Aufmerksamkeit löst. Im Gottesdienst wähle Länge und Charakter nach dem Anlass und stimme dich mit der Leitung ab; ein zu langes Stück verpufft, wenn die Kirche längst leer ist. Achte auf eine Registrierung, die trägt, ohne zu überwältigen.
das Nachspiel im Lied die Deutung abschließt und oft das Wichtigste sagt: Behandle es nicht als Anhang, sondern halte die Spannung über den letzten Gesangston hinaus und plane den Schluss bewusst. Verabrede mit dem Sänger, wann die gemeinsame Haltung gelöst wird. Registriere so, dass das Stück trägt, ohne zu überwältigen, und rechne damit, dass Geräusche im Raum leise Stellen verdecken.