Präludium
Vorspiel, häufig vor einer Fuge.
Was es bedeutet
Ein Präludium ist ein einleitendes Instrumentalstück. Der Name bedeutet Vorspiel und verweist auf die ursprüngliche Praxis: Vor einem Hauptstück prüfte der Spieler Instrument und Stimmung und führte zugleich in Tonart und Charakter ein — improvisierend. Daraus entstand eine eigene Gattung, häufig als Paar mit einer Fuge, die das Freie durch das Strenge ergänzt. Präludien gibt es für Tasteninstrumente, Laute, Gitarre und in Suiten als Eröffnungssatz.
Musikalische Verwendung
Musikalisch sind Präludien sehr verschieden gebaut. Manche bestehen aus durchlaufender Figuration über einer Harmoniefolge und wirken wie ausgeschriebene Improvisation; andere sind streng gearbeitet, arbeiten mit Imitation oder haben Liedcharakter. In der Suite übernimmt das Präludium die Aufgabe der Eröffnung und ist oft der gewichtigste Satz. Im 19. Jahrhundert löst sich die Gattung von der Einleitungsfunktion: Präludien erscheinen als selbständige Charakterstücke, häufig in Sammlungen, die alle Tonarten durchlaufen. Vom Vorspiel im Gottesdienst unterscheidet sich das Präludium dadurch, dass es nicht notwendig auf eine bestimmte Melodie bezogen ist. Skrjabin und Rachmaninow setzten die Reihe der eigenständigen Klavierpräludien nach Chopin fort.
Spielpraxis
Kläre zuerst den Typus: Figurenpräludien verlangen Gleichmäßigkeit und klare Harmoniewechsel, streng gearbeitete Deutlichkeit der Stimmen. Steht eine Fuge dahinter, plane beide als Einheit und richte den Schluss auf ihren Beginn aus. Halte das Grundzeitmaß stabil, auch wenn der improvisatorische Charakter Freiheit nahelegt. Verwende Pedal sparsam, damit Figurationen klar bleiben. Bei Sammlungen über alle Tonarten lohnt es, die Reihenfolge und die Tonartcharaktere zu bedenken.
Präludien in Sammlungen über alle Tonarten eine eigene Aufgabe haben: Sie zeigen die Eigenart jeder Tonart, und bei ungleichstufiger Stimmung wird dieser Unterschied hörbar. Prüfe das an dem Instrument, auf dem du spielst. Im 17. Jahrhundert schrieb Buxtehude Präludien für Orgel, die freie und fugierte Abschnitte abwechseln. Übe gebrochene Akkordfiguren zunächst als Blockakkorde, um die Harmoniefolge zu erfassen. Prüfe, ob das Stück ursprünglich zu einer Fuge gehört, weil viele Ausgaben beide Teile trennen.