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Form

Vorspiel

Einleitendes Instrumentalstück.

Was es bedeutet

Ein Vorspiel ist ein einleitendes Instrumentalstück. Im Musiktheater bezeichnet es die kurze Orchestermusik vor einem Akt, die unmittelbar in die Szene führt und damit die längere, in sich geschlossene Ouvertüre ersetzt. Im Gottesdienst meint Vorspiel das Orgelstück vor einem Gemeindelied, das Tonart, Zeitmaß und Melodie vorgibt. In Lied und Arie bezeichnet der Begriff die Takte der Begleitung vor dem ersten gesungenen Ton.

Musikalische Verwendung

In allen drei Bedeutungen hat das Vorspiel eine vorbereitende Aufgabe, doch die Mittel unterscheiden sich. Das Vorspiel zum Akt stellt Stimmung und oft Motive des Folgenden vor und endet offen, sodass der Übergang fließend ist. Das Choralvorspiel an der Orgel kann schlicht die Melodie vorstellen oder sie kunstvoll bearbeiten; in der Literatur ist es eine eigene Gattung mit großem Repertoire. Das Vorspiel im Lied schafft den Raum, in dem der Sänger beginnt, und gibt Tempo und Charakter vor — es gehört zur Deutung und ist kein bloßes Einzählen. Richard Wagner verwendete den Begriff ab Lohengrin.

Spielpraxis

Im Gottesdienst gib ein Vorspiel, das Tonart, Tempo und Melodie eindeutig festlegt; die Gemeinde übernimmt, was sie zuletzt gehört hat, deshalb ist Klarheit wichtiger als Kunstfertigkeit. Im Lied gestalte die einleitenden Takte im Tempo des Ganzen und verabrede mit dem Sänger den Einsatz. Im Theater kläre den Übergang zur Szene und den Zeitpunkt, an dem der Vorhang aufgeht. Bereite Anfänge sorgfältig vor, da sie den Ton des Folgenden setzen.

ein Choralvorspiel im Gottesdienst eine praktische Aufgabe hat: Es soll der Gemeinde Tonart, Tempo und Melodie so vorgeben, dass der Einsatz gelingt. Ein kunstvolles Stück, das die Melodie verbirgt, erfüllt diesen Zweck nicht; wähle es dann als eigenständiges Stück an anderer Stelle. Bekannte Beispiele sind die Vorspiele zu Lohengrin und Tristan und Isolde. Im Kirchenlied bezeichnet Vorspiel das Orgelvorspiel vor dem Gemeindegesang.