Jazzstandard
Allgemein bekanntes Stück des Jazzrepertoires, das häufig als Improvisationsgrundlage dient.
Was es bedeutet
Ein Jazzstandard ist ein allgemein bekanntes Stück aus dem Jazzrepertoire, das von vielen Musikern gespielt und als Grundlage für Improvisationen genutzt wird. Meist besteht ein Standard aus Melodie und Akkordfolge, die als gemeinsame Basis dient, während Ausführende Melodie und Harmonik individuell interpretieren.
Musikalische Verwendung
Viele Jazzstandards stammen ursprünglich aus Musicals und Filmen des frühen 20. Jahrhunderts, dem sogenannten Great American Songbook, etwa Stücke von George Gershwin, Cole Porter oder Jerome Kern. Andere entstanden direkt im Jazz, etwa Kompositionen von Duke Ellington oder Thelonious Monk. Da die Grundstruktur bekannt ist, können Musiker, die einander vorher nicht kennen, gemeinsam einen Standard spielen und improvisieren, was ihn zu einer gemeinsamen Sprache des Jazz macht.
Abzugrenzen ist der Jazzstandard von einer Eigenkomposition, die kein etabliertes Gemeingut ist, und vom bloßen Songtitel, da erst die regelmäßige Aufführung durch viele Musiker über Jahrzehnte hinweg ein Stück zum Standard macht. Von der II-V-I-Kadenz unterscheidet er sich, da diese nur ein harmonischer Baustein ist, der in vielen Standards vorkommt.
Spielpraxis
Lerne einen Jazzstandard zunächst mit Melodie und Grundakkorden auswendig, bevor du improvisierst. Höre dir mehrere Interpretationen desselben Standards an, um zu erleben, wie unterschiedlich Musiker mit derselben Grundlage umgehen können.