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Harmonik

II-V-I

II-V-I bezeichnet die Akkordfolge von der zweiten über die fünfte zur ersten Stufe einer Tonart, in C-Dur also Dm7 – G7 – Cmaj7. Die Folge ist eine Kadenz, bei der die Subdominantparallele die Dominante vorbereitet, die in die Tonika löst. Sie gilt als Grundbaustein der Jazzharmonik.

Stufen
ii – V – I
In C-Dur
Dm7 – G7 – Cmaj7
Funktionen
Subdominantparallele – Dominante – Tonika
Grundtöne
d – g – c, je eine Quinte abwärts
Verwandte Schlussformel
IV – V – I (Ganzschluss)

Vorbereitung, Spannung, Auflösung

Die Seite Stufenakkorde beschreibt die Subdominantparallele, Stufe ii, als Stellvertreterin der Subdominante: Die Folge ii – V – I sei im Jazz allgegenwärtig. Die Seite Akkorde & Harmonie nennt die Folge zusammen mit dem Kadenzbogen Tonika – Subdominante – Dominante – Tonika. Das II-V-I ist die verkürzte Form davon: Die Subdominantseite öffnet den Raum, die Dominante baut Spannung auf, die Tonika löst.

StufeAkkord in C-DurFunktionRolle in der Folge
iiDm7Subdominantparallelebereitet die Dominante vor
VG7Dominantebaut Spannung auf, drängt zur Tonika
ICmaj7Tonikalöst auf, der Ruhepunkt

Im Dominantseptakkord G7 liegt der Spannungspunkt, auf den sich alles zubewegt: Die Seite Intervalle beschreibt den Tritonus aus großer Terz (h) und kleiner Septime (f) als eingebaute Spannung, die zwingend nach Auflösung verlangt: das h zieht hinauf nach c, das f hinunter nach e. Auch die kleine Septime sei „ein zentraler Klang in praktisch jedem II-V-I-Schema“ des Jazz.

Hören

Dm7iiG7VCmaj7I

Achte darauf, wie wenig sich dabei bewegt. Im Beispiel gleiten die oberen Stimmen in kleinen Schritten, während der Bass in Quinten fällt. Das ist der Grund, warum die Folge so glatt klingt.

Die Grundtöne fallen im Quintabstand

d g c 7 7

Von d nach g und von g nach c sind es jeweils sieben Halbtöne abwärts, also eine reine Quinte. Dieselbe Bewegung ist eine Quarte aufwärts: Jazzmusiker, schreibt die Seite Quintenzirkel, denken oft in Quarten.

Die Moll-Version hat dieselbe Form, aber andere Qualitäten. Die zweite Stufe wird ein halbverminderter Akkord, die Dominante bleibt ein Durakkord mit Leitton, die Tonika ist Moll. Die Seite Akkorde & Harmonie nennt den halbverminderten Septakkord „typisch in Moll-Kadenzen“.

Hm7♭5iiE7VAmi
Selbst ausprobieren: Im Akkord-Hörtraining erkennst du die Vierklänge, aus denen II-V-I besteht: Dominantseptakkord, großen Septakkord, Mollseptakkord und halbverminderten Septakkord.

Eine Folge, die in jeder Tonart passt

Die römischen Stufenziffern sind nach der Seite Stufenakkorde eine internationale Kurzschrift, die unabhängig von der Tonart funktioniert. II-V-I meint daher in G-Dur Am7 – D7 – Gmaj7, in F-Dur Gm7 – C7 – Fmaj7: gleiche Funktion, gleiche Wirkung. Die Seite Quintenzirkel zählt II-V-I neben I – IV – V und I – V – vi – IV zu den drei „Arbeitspferd-Akkordfolgen“, die zusammen den Großteil der Standards in Pop, Rock, Country, Soul und Jazz abdecken.