Joik
Traditioneller Gesang der Samen, der Personen, Tiere oder Landschaften vergegenwärtigt.
Was es bedeutet
Der Joik ist eine traditionelle Gesangsform der Samen, der indigenen Bevölkerung Nordskandinaviens und der Kola-Halbinsel. Anders als ein beschreibendes Lied „über“ etwas versucht der Joik, eine Person, ein Tier oder eine Landschaft klanglich zu vergegenwärtigen und mit ihr eins zu werden, statt sie nur zu erzählen.
Musikalische Verwendung
Joiks bestehen oft aus wiederholten, textarmen oder textlosen Silben und kreisenden, improvisatorisch wirkenden Melodielinien, die individuell für eine bestimmte Person oder ein bestimmtes Wesen geschaffen werden. Traditionell wurde der Joik ohne Instrumentalbegleitung gesungen und diente auch religiösen und schamanischen Zwecken. Im 20. Jahrhundert wurde der Joik zeitweise unterdrückt, erlebte später aber eine Wiederbelebung und wird heute auch mit modernen Instrumenten kombiniert, etwa in der Musik von Mari Boine.
Abzugrenzen ist der Joik von einem gewöhnlichen Volkslied mit festem, erzählendem Text, da er eher eine klangliche Vergegenwärtigung als eine Erzählung ist. Auch von rein rituellen Gesängen anderer Kulturen unterscheidet er sich durch seine spezifisch samische Tradition und Funktion.
Spielpraxis
Höre einen Joik nicht auf eine Handlung hin, sondern auf die klangliche Präsenz, die er erzeugen will: Wiederholung, Klangfarbe und die kreisende Melodie stehen im Mittelpunkt. Wenn du dich mit Joik beschäftigst, informiere dich über seine kulturelle Bedeutung für die Samen, da er weit mehr als ein Musikstil ist.