Kanun
Zitherartiges Zupfinstrument mit zahlreichen Saiten, verbreitet in der arabischen, türkischen und griechischen Musik.
Was es bedeutet
Der Kanun ist ein zitherartiges Zupfinstrument mit einem trapezförmigen Korpus und zahlreichen, meist in Dreiergruppen gestimmten Saiten. Gespielt wird er mit Plektren, die an den Zeigefingern beider Hände befestigt sind, wobei der Korpus auf dem Schoß oder einem Ständer liegt.
Musikalische Verwendung
Der Kanun ist zentral in der arabischen, türkischen und griechischen Musik und wird sowohl solistisch als auch in Ensembles der klassischen arabischen und osmanischen Musik gespielt. Kleine Umstimmhebel, mandal genannt, an jeder Saitengruppe erlauben es, die Tonhöhe minimal, in Mikrotonschritten, zu verändern und so zwischen den verschiedenen Modi (Maqamat) zu wechseln. Diese Fähigkeit zu feinster Tonhöhenanpassung unterscheidet den Kanun von westlichen, chromatisch fest gestimmten Zithern.
Abzugrenzen ist der Kanun vom chinesischen Guzheng und der russischen Gusli, mit denen er das Grundprinzip der gezupften Brettzither teilt, sich aber in Stimmung, Spieltechnik und musikalischem Kontext deutlich unterscheidet.
Spielpraxis
Übe am Kanun zunächst den gleichmäßigen Wechselanschlag beider Zeigefinger, bevor du die Umstimmhebel für Mikrotöne einsetzt. Höre beim Spiel genau auf die feinen Tonhöhenunterschiede zwischen den Modi, die für die arabische und türkische Musik charakteristisch sind.