Kirchenkonzert
Historische Bezeichnung für geistliche Konzertmusik in der Kirche, z. B. das barocke „Concerto da chiesa“.
Was es bedeutet
Kirchenkonzert ist eine historische Bezeichnung für geistliche Konzertmusik, die für die Aufführung in der Kirche bestimmt war. Der italienische Begriff „concerto da chiesa“, Kirchenkonzert, bezeichnete im Barock eine ernste, meist mehrsätzige Instrumentalform ohne Tanzsätze, im Gegensatz zum weltlichen „concerto da camera“, dem Kammerkonzert.
Musikalische Verwendung
Das barocke Concerto da chiesa besteht typischerweise aus einer Folge langsamer und schneller Sätze in schlichterem, ernsterem Ton als die tanzhaltige Kammermusik, und wurde im Gottesdienst oder bei kirchlichen Anlässen aufgeführt. Komponisten wie Arcangelo Corelli schrieben Sammlungen, die ausdrücklich beide Typen, Kirchen- und Kammerkonzert, unterschieden. Der Begriff Kirchenkonzert wird darüber hinaus allgemeiner für geistliche Konzertveranstaltungen in Kirchenräumen verwendet.
Abzugrenzen ist das Kirchenkonzert vom Concerto da camera, das weltlichen Charakter hat und häufig Tanzsätze wie Allemande oder Gigue enthält, sowie von der Kantate oder Motette, die auf einem gesungenen Text beruhen, während das Concerto da chiesa rein instrumental ist.
Spielpraxis
Höre bei einem Concerto da chiesa auf den ernsteren, weniger tänzerischen Charakter im Vergleich zu weltlicher Kammermusik derselben Zeit. Spiele solche Sätze mit gemessenem, der kirchlichen Umgebung angemessenem Ausdruck, ohne die tänzerische Leichtigkeit weltlicher Vorbilder zu imitieren.