Lage
Position der Greifhand auf dem Griffbrett.
Was es bedeutet
Als Lage bezeichnet man die Position der linken Hand auf dem Griffbrett. In der ersten Lage greift der erste Finger den Ton, der einen Ganzton oder Halbton über der leeren Saite liegt; in der zweiten Lage rückt die ganze Hand um eine Stufe höher, und so fort. Jede Lage bietet vier Finger und damit einen bestimmten Tonvorrat auf allen Saiten. Beim Violoncello kommt oberhalb der vierten Lage die Daumenlage hinzu, bei der der Daumen als zusätzlicher Griffpunkt auf die Saiten gelegt wird.
Im Notenbild
Lagen stehen nicht als eigene Zeichen im Notentext, ergeben sich aber aus dem Fingersatz. Eine über der Note stehende Ziffer sagt, welcher Finger greift, und daraus folgt die Lage. Römische Ziffern bezeichnen in manchen Ausgaben zusätzlich die Saite, gelegentlich auch die Lage selbst. Fehlen solche Angaben, entscheidet der Spieler.
Musikalische Verwendung
Die Wahl der Lage ist keine reine Bequemlichkeitsfrage, sondern beeinflusst den Klang. Ein Ton in hoher Lage auf einer tiefen Saite klingt dunkler und dichter als derselbe Ton in tiefer Lage auf einer höheren Saite. Komponisten und Herausgeber schreiben deshalb bisweilen eine bestimmte Saite vor, etwa sul G, um die Farbe festzulegen. Auch die Bindung spielt hinein: Innerhalb einer Lage lassen sich Töne ohne Handbewegung verbinden, was legato-Passagen ruhiger macht.
Spielpraxis
Lerne die Lagen über feste Bezugspunkte statt über das Abzählen: Die dritte Lage findest du am Übergang zum Korpus, die Oktave auf der leeren Saite ist ein sicherer Anker. Übe Tonleitern innerhalb einer Lage über alle Saiten, bevor du sie über mehrere Lagen spielst. Achte darauf, dass der Daumen der Hand folgt und nicht zurückbleibt, sonst verzieht sich die Handform. Plane den Fingersatz einer Passage so, dass möglichst wenige Lagenwechsel an heiklen Stellen liegen — lieber ein Wechsel in einer Pause als mitten im Melodiebogen. Notiere die gewählte Lösung im Notentext.